Schon beim Schreiben könnte man weinen – wie muss es erst sein, dieses Drama erleben und erleiden zu müssen? Ein junger Vater aus der Weststeiermark sitzt fast blind mit Tumor im Rollstuhl. Die Prognose ist brutal.
Vor wenigen Jahren noch, da hat er sich gefühlt, als könne er die Welt aus den Angeln heben. „Ich war Familienvater aus Leidenschaft, begeisterter Feuerwehrmann und hab so gern gearbeitet“, sagt Gerald G. Heute sitzt der Weststeirer nahezu blind in einem Rollstuhl. Hat heftigste Eingriffe und Therapien hinter sich. Muss seiner kleinen Tochter erklären, dass der Papa nicht mit ihr Fußball spielen, Eis essen oder irgendetwas anderes machen kann, das ein Vater sonst mit seinem Kind tut.
G. träumt davon, wieder im Lkw zu fahren. Doch er ist auf der Palliativstation. Gilt als austherapiert. Sprich: Niemand kann ihm mehr helfen. Er ist 34 Jahre alt.
Leidensweg begann vor acht Jahren
Begonnen hat sein Leidensweg im Jahr 2018. Am Steuer seines Lastwagens wurde er kurz bewusstlos und fuhr – zum Glück nur mit drei km/h – auf den Vordermann auf. Passiert ist ihm dabei nichts, er wurde aber im Spital durchgecheckt.
„Da ist man draufgekommen, dass da irgendwas mit meinem Kopf ist.“ „Irgendwas“ war der Beginn einer dramatischen Entwicklung. Es folgte eine OP im Gehirn – im Wachzustand. „Da muss man rechnen und reden, während im Gehirn operiert wird“, erzählt der Familienvater. Ein Eingriff, der ihm auch psychisch schwer zugesetzt hat. Doch ein Großteil des Gewächses konnte entfernt werden.
Die Zeit, in der ich als geheilt galt, war so eine schöne. Ich habe gearbeitet, wir haben unsere Tochter bekommen.
Familienvater Gerald G.
Damit war aber noch lange nichts vorbei. Ein Schlaganfall folgte, der Mann musste neu gehen, sprechen und essen lernen. Danach ging es ihm aber wieder gut, „ich konnte arbeiten, wir haben unsere Tochter bekommen“. Aber 2022 der Schock. Es ging erneut los: mit Chemos, Eingriffen, Epilepsie.
Jetzt kann er nur noch mit Stützen gehen, sieht fast nichts, „weil die Hirnflüssigkeit nicht abrinnt, der Druck steigt“. Er hofft auf einen neuen Eingriff — aber das wohl vergeblich. Man kann ihm nicht mehr helfen, sagen Ärzte. Austherapiert.
Seine Frau ist 24 Stunden am Tag an seiner Seite, „ohne sie und mein Kind wäre ich längst tot“. Herzlich bedanken möchte er sich auch bei seinem Chef Hans Roth, „der sich unglaublich für mich einsetzt, mich immer fragt, was er helfen kann. Ein großartiger Mensch.“
Trotz Schicksalsschlag nur Pflegestufe 3
Gerald G. hofft, dass er wieder nach Hause kann – für wie lange, weiß er ohnehin nicht. „Aber ich kämpfe bis zum Schluss.“ Doch wenn er nach Hause kommt, braucht er einen Treppenlift, das Bad muss behindertengerecht umgebaut werden. Er braucht Therapien, die Unsummen verschlingen. Das alles ist nicht leistbar, zumal er zuletzt nur Teilinvaliditätspension und Pflegestufe 3 bekam.
Übrigens: Nicht der Familienvater selbst hat sich an uns gewandt, sondern andere haben uns aufgefordert, ihm zu helfen. Ihm, der stets für andere da war, sich bei der Feuerwehr engagierte, im Tierschutz mit Herzblut agierte. Er und seine kleine Familie haben sich Hilfe verdient.
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