Kreuzzug

Knights of the Temple 2

Spiele
21.02.2006 14:51
Paul de Raque ist Tempelritter und als solcher im Auftrag des Herrn unterwegs. Gründe, um mit Schwert und Armbrust in die Schlacht zu ziehen, gibt es zur Genüge: Die Pforten der Hölle haben sich geöffnet und das Böse ergreift von der Welt Besitz. Hack'n'Slay-Spaß in "Knights of the Temple 2".

Die Story zu "Knights of the Temple 2" ist schnell erklärt: Das Gute kämpft gegen das Böse - und umgekehrt. Als Tempelritter Paul de Raque ist es des Spielers oberstes Ziel drei mystische Artefakte zu finden, um das Höllen-Portal endgültig zu schließen. Die Suche nach den Gegenständen bildet die drei Hauptquests des Spiels, weitere Missionen können, müssen aber nicht bewältigt werden.

Zu Beginn des Spiels ist Paul de Raque mit Schwert und Schild, einer Armbrust sowie einem Zweihänder ausgerüstet. Das Handling der Waffen bedarf keiner großen Übung und kann in einem Tutorial rasch erlernt werden. Hinzu kommen Spezialangriffe und heilige Fähigkeiten, die allerdings auf Kosten der Ausdauer und Pauls Spiritualität, welche durch das Töten ungläubiger Kreaturen steigt, gehen. Der Einsatz dieser durch gewonnene Erfahrung erweiterbaren Fähigkeiten ist nicht nur äußerst zielführend, sondern mündet auch in hübsch anzusehenden Grafik-Effekten.

In den verschiedenen Städten, die der Templer im zweiten Teil nun frei bereisen kann, trifft Paul immer wieder auf Händler und andere Personen, die ihn mit weiteren Waffen und sonstigen Items versorgen. Das Geld hierfür bekommt der Ritter durch zahlreiche Nebenquests, in denen Paul meist als Laufbursche herhalten muss, um Gegenstände von A nach B zu transportieren, Feinde über den Jordan zu schicken hat oder Informationen besorgen muss. Leider sind die Dialoge nur in einem geringen Ausmaß vertont, zudem sind die Antwortmöglichkeiten des Öfteren sehr eingeschränkt.

Gut ausgerüstet geht es dann in dunkle Dungeons und Verließe, in denen "Gremlins" (ja, tatsächlich) , fiese Sarazenen und schließlich ein Boss-Gegner auf den Tempelritter warten. Eine äußerst störrische Kamera, die prinzipiell frei rotierbar ist, aber an jeder Ecke hängenbleibt, lässt die Duelle jedoch recht bald zu einer Geduldsprobe werden. Für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt eine dürftige KI, die von Zeit zu Zeit dafür sorgt, dass Gegner von ganz alleine in tiefe Abgründe oder Fallen stürzen. Sehr gewöhnungsbedürftig ist übrigens auch das Speichersystem: Für jeden Kill gibt es einen Punkt, für zehn Punkte darf ein Mal gespeichert werden.

Grafisch präsentiert sich "Knights of the Temple 2" durchaus gelungen. Gerade die Atmosphäre der pestverseuchten, düster schimmernden Stadt Sirmium sowie die Entladung Pauls’ besonderer Fähigkeiten können sich sehen lassen. Zu überzeugen wissen auch die realistische Physikengine sowie ein abwechslungsreich gestalteter Soundtrack. In punkto Sprachausgabe hätte jedoch mehr Arbeit geleistet werden können, kennt man Pauls Sprachrepertoire doch recht bald in- und auswendig.

Fazit: "Knights of the Temple 2" macht vieles richtig (z.B. Grafik, Sound oder Charakterentwicklung), scheitert aber leider an so vermeintlich einfachen Dingen wie der Kamera und zum Teil recht unfairen Stellen. So macht es zu Beginn einen sehr großen Unterschied, wohin man als Spieler als erstes seinen Fuß setzt. Aufgrund mangelnder Erfahrung kann es schnell zu Frust-Erlebnissen kommen. Angesichts des günstigen Preises können Hack'n'Slay-Fans aber getrost über einige Schwächen hinwegsehen.

Plattform: Xbox (getestet), PS2, PC
Publisher: Atari
Krone.at-Wertung: 69 %

von Sebastian Räuchle

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