Mit 19. Oktober schließt die Volksbank ihren seit Jahren nur noch als Selbstbedienungszone geführten Standort in Möllersdorf in Niederösterreich. Die Stadt kritisiert die kurzfristige Information und sucht bereits nach einem neuen Betreiber für einen Bankomaten.
Der Weg zum Bargeld könnte für die Bewohner der Traiskirchner Katastralgemeinde Möllersdorf künftig weiter werden. Mit 19. Oktober schließt die Volksbank ihren dortigen Standort komplett. Seit 2016 bestand dieser ohnehin nur noch aus einem Selbstbedienungsbereich mit Bankomat.
Standort rentiert sich nicht mehr
Die Volksbank begründet die Schließung damit, dass sich der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr rentiere. Im Rathaus ist man darüber alles andere als erfreut. Die Stadtgemeinde sei erst kurzfristig über das bevorstehende Aus informiert worden. Zudem habe die Bank keinerlei Bereitschaft signalisiert, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Damit geht in Möllersdorf eine wichtige Möglichkeit zur Bargeldbehebung verloren. Bürgermeisterin Sabrina Divoky will deshalb rasch Ersatz finden. Die Stadt prüfe bereits verschiedene Möglichkeiten und führe Gespräche mit potenziellen alternativen Betreibern.
Bargeld direkt im eigenen Ort beheben zu können, gehört für viele Menschen zur Grundversorgung.
Sabrina Divoky, Bürgermeisterin von Traiskirchen
„Recht auf analoges Leben“
Auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung müsse das „Recht auf ein analoges Leben“ erhalten bleiben, betont Divoky. Eine Bank, die hohe Gewinne erziele, dürfe sich nicht aus ihrer Verantwortung für die Versorgung vor Ort zurückziehen, kritisiert die Bürgermeisterin.
Auch Möllersdorfs Ortsvorsteher Josef Riesner verweist auf das vielerorts immer dünner werdende Bankomatnetz. Die Stadt werde alles daransetzen, auch künftig eine Möglichkeit zur Bargeldbehebung im Ort anzubieten. Sobald es konkrete Neuigkeiten zu einer Nachfolgelösung gibt, soll die Bevölkerung informiert werden.
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