London-Attentate

Polizisten müssen sich vor Gericht verantworten

Ausland
19.02.2006 15:47
Wegen der irrtümlichen Tötung des Brasilianers Jean Charles de Menezes in einer Londoner U-Bahnstation im Zuge der Terror-Ermittlungen im Juli letzten Jahres, sollen sich britische Polizeioffiziere vor Gericht verantworten. Wie die Zeitung "The Independent" unter Berufung auf Justizvertreter berichtete, plant die Staatsanwaltschaft eine Klage wegen Irreführung der Justiz.

Die Offiziere einer Spezialeinheit hätten in ihrem Protokoll des Hergangs versucht, die ihnen unterstellten Schützen von jeglichem Fehlverhalten reinzuwaschen. Sie hätten die Tatsache zu vertuschen versucht, dass diese den 27-jährigen Elektriker irrtümlich für einen Terroristen gehalten hatten. Die Zeitung machte keine Angaben darüber, gegen wen sich die Klage richten soll.

Am 7. Juli 2005 waren bei Selbstmordanschlägen in der Londoner U- Bahn 56 Menschen getötet worden. Am 21. Juli gab es erneut Anschläge, dabei wurde jedoch niemand getötet. Einen Tag später wurde Menezes in der U-Bahn von Polizisten getötet.

Berichte, wonach er sich verdächtig verhalten hatte, konnten später durch Videoaufzeichnungen widerlegt werden. Eine bereits laufende Ermittlung soll die genauen Umstände der Tötung des Brasilianers klären.

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