Bertha von Suttner zierte die 1000-Schilling-Note und gilt als eine der berühmtesten Österreicherinnen, doch nie war das Hauptwerk der Friedensnobelpreisträgerin hierzulande auf einer Bühne zu sehen. Das Schauspielhaus Graz eröffnet am 25. September nun mit „Die Waffen nieder!“. Regie führt Sandra Strunz.
Tausende Tote, in Palästina, im Iran, in der Ukraine, jeden Tag in den Nachrichten: „Das stumpft ab. Wir können uns damit nicht emotional in Verbindung setzten“, sagt Regisseurin Sandra Strunz. Empathie braucht eine Geschichte. „Für mich geht es immer darum, Menschen zu berühren.“
Für ihre erste Arbeit am Grazer Schauspielhaus wagt die Künstlerin die Dramatisierung eines großen österreichischen Anti-Kriegs-Romans: „Die Waffen nieder!“ von Bertha von Suttner erzählt von Offizierstochter Martha Althaus, die nach schweren Verlusten in der Familie zur Pazifistin wird. Der Roman erschien 1889, das Stück sieht Strunz aber „allzeit, jederzeit, überall“ verortet – der Krieg ist eine Universalie.
„Großartig für die Bühne“
Die Textfassung hat Strunz gemeinsam mit Dramaturgin Anna-Sophia Güther erarbeitet. „Das Buch eignet sich großartig für die Bühne, weil es viele Wiederholungen und Details hat.“ Marielle Layher mimt die Protagonistin Martha. „Sie ist in einer höfischen Welt eingezwängt und die romantische Fantasie des Frauseins wird ihr schnell entrissen“, sagt Strunz. „Sie befreit sich aus der Tradition der Familie, stellt sich gegen den Vater und schafft es, ihren pazifistischen Ideen treu zu bleiben.“ Neben Layher stehen Anna Rausch, Annette Holzmann, Dominik Puhl, Željko Marović, Luisa Schwab und Mario Lopatta auf der Bühne. Sabine Kohlstedt verantwortet die Ausstattung, Rainer Süssmilch die Musik.
Das Stück kann zu jeder Zeit an jedem Ort spielen.

Regisseurin Sandra Strunz über „Die Waffen nieder!“
Bild: Sabine Kohlstedt
Solche Geschichten über „Frauen, die sich selbst ermächtigen“, müsse man erzählen, sagt Strunz, zumal das Schauspielhaus unter Intendantin Andrea Vilter seit Jahren an der Erweiterung des Theater-Kanons aus feministischer Perspektive arbeitet. Premiere ist am 25. September um 19.30 Uhr im Schauspielhaus Graz.
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