Immer mehr Häftlinge

Häfen-Zahlen belegen: „Der Kollaps beginnt jetzt!“

Steiermark
17.09.2026 06:00

Rund 25 Prozent mehr Untersuchungshäftlinge innerhalb nur eines halben Jahres schlagen in der Justizanstalt Graz-Jakomini auf, eine laufende Groß-Baustelle fordert die Bediensteten zusätzlich. Aggressionen seien das Ergebnis des aktuellen Zustands der österreichischen Gefängnisse, kritisiert ein Gewerkschafter. 

„Die Aggressionen sind das Ergebnis des aktuellen Zustands in den österreichischen Gefängnissen“, ist Günter Reinprecht, der stellvertretende Vorsitzende der steirischen Justizwache-Gewerkschaft überzeugt. Auch in der Justizanstalt Graz-Jakomini sind die Zustände verheerend. Und sie haben sich seit einiger Zeit noch weiter verschärft.

Rund 25 Prozent mehr U-Häftlinge innerhalb eines halbe Jahres
Denn die dringend notwendigen Umbau- und Sanierungsarbeiten in den Außenbereichen und im Herzstück der Anstalt sind zwar in vollem Gange, die zusätzliche Belastung jedoch massiv. Denn schon seit Jahren werden 50 Planstellen mehr gefordert, keine einzige ist bis jetzt hinzugekommen – trotz kontinuierlich steigender Häftlingszahlen! Alleine die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist von März diesen Jahres bis jetzt um rund 25 Prozent gestiegen, der Gesamt-Belag an Häftlingen in diesem Grazer Gefängnis liegt bei aktuell 119 Prozent!

Die Konsequenz aus diesem Ungleichgewicht: Betriebe bleiben regelmäßig gesperrt, viele Insassen müssen 23 Stunden am Tag in ihren Hafträumen bleiben und können nicht sinnvoll beschäftigt werden. Zusätzlich musste sogar ein neuer Posten installiert werden. Aufgrund bestehender Sicherheitsverordnungen müssen bestimmte Hafträume 24 Stunden überwacht werden, alleine dafür braucht es täglich zwei zusätzliche Justizwachebeamte. Weitere Planstellen dafür? Erneut Fehlanzeige!

Zitat Icon

Wir haben immer davor gewarnt. Der befürchtete Kollaps beginnt, das belegen auch die Zahlen.

Günter Reinprecht, stv. Vorsitzender steir. Justizwache-Gewerkschaft

Das alarmierende Resultat: „Das Nicht-Erreichen der Vollzugszwecke aufgrund des massiven Überbelags! Das ist kein Betreuungs-, sondern nur noch ein Verwahrungsvollzug!“, kritisiert Reinprecht die unterlassenen Maßnahmen der politischen Verantwortlichen.

Insassen in andere Anstalten zu verlegen gelinge nicht, denn diese seien selber zum Bersten voll. „Wir haben immer davor gewarnt. Der befürchtete Kollaps beginnt, das belegen auch die Zahlen“, so Reinprecht.

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