Einvernahme läuft

Heiße Spur zu möglichem Todeslenker von Globasnitz

Kärnten
24.08.2026 23:01

Seit 9. August trauert das Kärntner Globasnitz: Nach dem Feuerwehrfest war ein 20-Jähriger auf der Straße angefahren worden. Der Unfalllenker ergriff die Flucht, er ließ den Sterbenden zurück. Sofort wurden Ermittlungen aufgenommen, Hinweise gingen ein – sie führten ins Nichts. Am Montag wurde wieder jemand einvernommen ...

Nein, es macht das Todesopfer nicht mehr lebendig. Der erst 20-Jährige wird nie mehr lachen, feiern, verliebt sein. Doch das Abhauen nach dem dramatischen Unfall, der für eine Familie und für viele Freunde alles verändert hat, ist natürlich kein Kavaliersdelikt. Unfallbeteiligte – auch Beifahrer – sind verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten und den Notruf zu wählen. Nichts davon hat der fahrerflüchtige Todeslenker gemacht. 

Kurzer Halt – Fahrerflucht!
Er war, nachdem er am 9. August gegen 4.30 Uhr den 20-Jährigen auf der Bleiburger Straße in Traundorf angefahren hatte, etwa 100 Meter danach kurz stehen geblieben, wie eine Zeugin aussagte. Doch vermutlich sah er den Wagen der Zeugin, stieg wieder ein und fuhr weiter. 

Weil die Zeugin weder Fahrzeug noch Lenker oder Lenkerin beschreiben konnte – es war noch dunkel um 4.30 Uhr –, gestaltete sich die Suche nach dem Todeslenker schwierig. Die Polizei konnte jedoch an der Stelle, an der das Fahrzeug gehalten hatte, Gegenstände entdecken. Es sind Dinge, die die Beamten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genau benennen und beschreiben wollen; Dinge, die auf DNA-Spuren untersucht wurden.

Mehr als 40 Hinweise
Im angrenzenden Maisacker wurden Autoteile entdeckt, die nach dem Zusammenstoß weggeflogen waren. Spenglereien, Schrotthändler und Werkstätten wurden kontaktiert, denn das Unfallauto muss stark beschädigt sein. Mehr als 40 Hinweise auf den möglichen Unfalllenker gingen bei der Polizei ein. 

Verdächtiger einvernommen
Am Montagnachmittag fuhren Polizeibeamte bei einem Unterkärntner zu Hause vor. Der Mann soll zur Einvernahme mitgenommen worden sein. „Wir haben bereits mehrfach Menschen in Zusammenhang mit diesem tragischen Unfall überprüft“, so Polizeisprecher Rainer Dionisio, der Leiter Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Landespolizeidirektion Kärnten. Einzelne Einvernahmen könne er weder bestätigen noch dementieren.

Ob das beschädigte Unfallfahrzeug entdeckt werden konnte und ob es sich bei dem einvernommenen Mann tatsächlich um den Todeslenker von Globasnitz handeln könnte, ist noch nicht bestätigt. 

In einem Jahr 166 Mal in Kärnten!
Zu oft und immer öfter Fahrerflucht nach Unfällen

Das Im-Stich-lassen von Verletzten wird mit bis zu 2180 Euro Verwaltungsstrafe belegt, auch Haftstrafen von bis zu drei Jahren sind möglich.

Nach der jüngsten ausgewerteten Statistik aus dem Jahr 2024 fordert der ÖAMTC mehr Courage: Im Jahr 2024 flüchteten bei 2594 Unfällen mit Personenschaden insgesamt 2650 Menschen unerlaubt von der Unfallstelle. Bei diesen Unfällen wurden 2923 Personen verletzt, sieben weitere verunglückten tödlich.

Allein in Kärnten kam es 2024 166 Mal zur Fahrerflucht nach Unfällen mit verletzten Personen!

„Betrachtet man die Zahlen der vergangenen sieben Jahre von 2018 bis 2024, so lässt sich österreichweit eine deutliche Zunahme von 11,9 Prozent an Fahrerflucht-Delikten bei Unfällen mit Personenschaden feststellen“, so der ÖAMTC.

Als Gründe für die Fahrerflucht gelten Stress, Überforderung, Angst etwas falsch zu machen oder vor den möglichen Konsequenzen des Unfalls, eine fehlende Fahrerlaubnis oder Alkohol bzw. Drogen am Steuer. Lauter Gründe – aber niemals eine Entschuldigung!

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