Goldketten-Raube

Überfälle auf Grazerinnen wecken böse Erinnerungen

Steiermark
18.08.2026 05:30

Zwei Pensionistinnen wurden in Graz vor einem Monat zu Opfern eines Goldketten-Raubs. Da wurden gleich schlimme Erinnerungen wach! Schon in den Jahren 2012 und 2017 sorgten in Graz Schmuckräuber für Aufsehen, die es ausschließlich auf ältere Senioren abgesehen hatten.

Es war im Sommer 2012, als ein Vater-Sohn-Gespann in ganz Graz für Angst und Schrecken sorgte. Den Ermittlern des Kriminalreferates gelang es rasch, die Brutalos zu entlarven und hinter Gitter zu bringen. „Die Leute haben sich nicht mehr auf die Straße getraut“, sagte die vorsitzende Richterin beim Prozess kurz vor Weihnachten, in dem der damals 17-Jährige und sein serbischer Vater zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Eines der letztlich 18 (!) Opfer, die bei den Überfällen teilweise schwerst verletzt wurden, schenkte dem Jugendlichen einen Rosenkranz und riet ihm, „anständig zu werden“. Gleichzeitig erzählte die Pensionistin dem Gericht aber auch von dem unguten Gefühl, das sie nach dem Goldketten-Raub hatte. Und dass es sich jeden Tag gefürchtet hätte, wenn sie einkaufen ging.

Überfälle auf wehrlose Pensionisten auf offener Straße – das kommt leider viel zu häufig vor. ...
Überfälle auf wehrlose Pensionisten auf offener Straße – das kommt leider viel zu häufig vor. Auch bei den jüngsten Überfällen wurde eine Frau mit Rollator Opfer.(Bild: P. Huber)

Opfer warnte nach dem Raub die Nachbarn
Auch die beiden aktuellen Opfer wurden auf dem Heimweg vom Einkaufen überfallen. Die 81- und die 88-Jährige können mit dem Erlebten aber glücklicherweise recht gut umgehen. Sie haben zwar einen großen Schrecken, aber zum Glück kein Trauma erlitten. Eine der rüstigen Damen hat nach dem Überfall sogar gleich an allen Türen in ihrem Wohnhaus geklingelt, um den Nachbarn davon zu erzählen, sie zu sensibilisieren und so mögliche weitere Taten zu verhindern.

Am 18. Juli 2026 geschahen die beiden sehr ähnlich gelagerten Überfälle auf die Pensionistinnen. Gegen 11.20 Uhr überraschte ein Täter die 81-Jährige in einem Innenhof der Wilhelm-Raabe-Gasse im Bezirk Geidorf und riss ihr gewaltsam eine Goldkette vom Hals. Gegen 16 Uhr wurde dann im Bereich Schrödingerstraße/Mariengasse unweit des Grazer Hauptbahnhofes der 88-Jährigen ebenfalls gewaltsam die Goldkette vom Hals gezogen.

Beide Täter auffallend hager
Die zwei Frauen waren alleine und zu Fuß unterwegs, eine mit dem Rollator. Beide Täter, die Deutsch mit Akzent sprachen, wurden als auffallend hager bzw. schlaksig beschrieben. Mittels Phantombild wird nach ihnen gefahndet. Bislang sind bereits etliche Hinweise beim Kriminalreferat eingegangen, die nun sukzessive abgearbeitet werden.

Wem gehört diese Kette?
Im Zuge der Ermittlungen stießen steirische Kripo-Beamte dann auf eine goldene Halskette, die keinem der beiden weiblichen Opfer zugeordnet werden konnte. Die Tatverdächtigen könnten daher für weitere Raubüberfalle verantwortlich sein. Denn auch diese massive Goldkette wurde abgerissen. „Es kann durchaus sein, dass der Raub gar nicht angezeigt wurde“, vermutet ein Ermittler. „Nicht jedes Opfer kann mit so einem belastenden Erlebnis gleich gut umgehen. Viele trauen sich nicht mehr aus dem Haus.“

Diese massive, abgerissene Goldkette wurde im Zuge der Ermittlungen gefunden. Wem gehört sie?
Diese massive, abgerissene Goldkette wurde im Zuge der Ermittlungen gefunden. Wem gehört sie?(Bild: Krone-Collage/LPD Steiermark)

Opfer hilflos zurückgelassen
So erging es auch den Opfern eines Rumänen im Jahr 2017. Der damals 32-Jährige überfiel in Graz acht Pensionistinnen mit einer bis damals nie dagewesenen Brutalität. Er schlug die 70- bis 85-Jährigen nieder, raubte ihnen die Goldketten, Ringe und Bargeld und ließ sie teils lebensgefährlich verletzt blutend und hilflos am Gehsteig liegend zurück.

„Ich würde eher aus dem Mistkübel essen, als alte Damen zu überfallen“, beteuerte der Rumäne  2018 vor Gericht. Doch sein Handy war in sechs Fällen in der Nähe des Tatorts eingeloggt, zwei Zeuginnen erkannten ihn. Der Mann wurde zu schließlich zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

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