„Falscher Weg“

WKNÖ sagt „Nein“ zur Lkw-Maut im Burgenland

Niederösterreich
14.08.2026 17:00
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Im Burgenland soll ab 2027 eine Benützungsgebühr für Lkw auf drei Landesstraßen kommen. Das betrifft auch Nachbar-Bundesländer wie Niederösterreich, wo das Gesetz nun scharf kritisiert wird von der Wirtschaftskammer. 

Zu zahlen wäre die Burgenland-Maut künftig auf folgenden drei Landstraßen: B16 im Bezirk Eisenstadt Umgebung, B61a im Bezirk Oberpullendorf, sowie die B63 und einem kurzen Teil der B50 im Bezirk Oberwart. Lange war das Gesetz im Gespräch, nun will sie Burgenlands Landesregierung unter Hans-peter Doskozil umsetzen. Weil die Landesstraßen aber auch mit der A2 und A3 queren, betrifft die Maut wohl auch Transporte, die über Bundesland-Grenzen hinausgehen. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) spricht sich am Freitag gegen das geplante Gesetz aus. 

„Produkte werden teurer“
Niederösterreichische Firmen, die Kunden im Burgenland beliefern, Baustellen versorgen oder Dienstleistungen erbringen, müssten auf den mautpflichtigen Landesstraßen künftig ebenfalls zahlen. Die zusätzlichen Kosten könnten entlang der Lieferkette letztlich auch bei den Konsumenten ankommen. „Wer Transporte verteuert, verteuert auch die Produkte in den Regalen“, warnt WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker. Gerade im ländlichen Raum sei der Lkw für die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Bedarfs unverzichtbar.

Zitat Icon

Die Pläne würden nicht nur den Transitverkehr treffen, sondern entlang der gesamten Lieferkette zusätzliche Kosten verursachen.

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker

Falsches Signal für Betriebe
Die Jahresvignette für die Transporter soll, wie berichtet, 650 bis 1.000 Euro kosten. Gültig wäre das neue Gesetz ab 1. Jänner 2027. Der Gesetzesentwurf ging am Freitag in die vierwöchige Begutachtungs-Phase. „Ich appelliere an Landeshauptmann Doskozil, in dieser Zeit die Pläne noch einmal zu überdenken!“, sagt Ecker mit Nachdruck. Ach die Wirtschaftskammer im Burgenland sieht die Lkw-Maut als nicht zielführend. In ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es der „falsche Weg“, um die regionale Wirtschaft anzukurbeln, merkt man in NÖ an. Diese brauche niedrigere Kosten, Planungssicherheit und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. „Eine zusätzliche Maut bewirkt das Gegenteil“. 

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