29.10.2014 14:25 |

Sozialdrama

"Zwei Tage, eine Nacht": Cotillard im Arbeitskampf

Mit Edith Piaf, deren Darstellung in "La vie en rose" Marion Cotillard 2008 den Hauptrollen-Oscar einbrachte, hat die Rolle der Sandra rein gar nichts zu tun. Die Arbeiterin Sandra hat im neuen Film von Jean-Pierre und Luc Dardenne zwei Tage und eine Nacht Zeit, ihre Kollegen zum Verzicht auf eine Prämie zu überreden, um ihr den Job zu retten: eine harte, fast übermenschliche Aufgabe.

"Zwei Tage, eine Nacht" lief in Cannes im Wettbewerb, hatte am Montag bei der Viennale sein Erstantreten in Österreich und startet am 31. Oktober regulär in den österreichischen Kinos. Der Film erzählt von einer kapitalistischen Gesellschaft, die zur Kannibalisierung ihrer geringsten Mitglieder tendiert. Das Ultimatum der Firmenleitung eines mittelständischen Solartechnik-Betriebs an die 16 Mitarbeiter, entweder Solidarität zu zeigen und Verzicht zu üben oder zu akzeptieren, dass eine Kollegin hinausgeworfen wird, ist zynisch und menschenverachtend. Sandra nimmt den Kampf dennoch an.

Ihre Depressionen, die sie lange außer Gefecht gesetzt haben, machen ihr weiterhin zu schaffen, immer wieder flüchtet sie sich entweder zum Pillenschrank oder ins Bett. Doch ihr Ehemann Manu (Fabrizio Rongione) ist zwar verständnisvoll, aber auch hartnäckig genug, sie immer wieder zurück auf das Feld zu schicken.

Noch ist nichts verloren. Eine erste Abstimmung, bei der die Kollegen für ihre Bonuszahlung votierten, wurde annulliert. Ein Wochenende ist Zeit, die Stimmung umzudrehen. Also zieht Sandra von Haus zu Haus und versucht im persönlichen Gespräch ihre Kollegen davon zu überzeugen, dass ihre Existenz auf dem Spiel steht.

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