WKO unter Beschuss:

„Es braucht keine Länder- und Bezirkskammern!“

Tirol
10.08.2026 16:00

Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung, geht mit der Wirtschaftskammer hart ins Gericht. Die Pflichtmitgliedschaft gehöre überdacht.

Nun sind schon mehrere Wochen seit der Ankündigung vergangen, der zufolge die Wirtschaftskammer reformiert, effizienter geführt und die Unternehmen deutlich entlastet werden sollen. „Was aber bisher geschehen ist, ist ein Armutszeugnis und ein Hohn für jeden Unternehmer. Es scheint keinen echten Willen zu einem Reformprozess zu geben. Solange die Kammer nicht bereit ist, in ihren Führungsstrukturen die Ausgaben entsprechend zu minimieren, ist eine Pflichtmitgliedschaft infrage zu stellen“, sagt Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung TTV.

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In der Wirtschaftskammer scheint es genauso zu sein wie im Bund: Das Problem liegt auf der Ausgabenseite und nicht auf der Einnahmenseite.

TTV-Präsident Josef Falkner

Die Kammerumlage 2 gehört in seinen Augen mit sofortiger Wirkung ersatzlos gestrichen und nicht nur um ein paar Prozentpunkte im Jahr 2029. Damit erreicht man, wie die „Krone“ bereits mehrfach berichtete, nur jene Unternehmen, die Mitarbeiter haben, alle anderen spüren von dieser Entlastung sowieso nichts. „Mehr als die Hälfte sind Einpersonenunternehmen. In der Wirtschaftskammer scheint es genauso zu sein wie im Bund: Das Problem liegt auf der Ausgabenseite und nicht auf der Einnahmenseite. In Zeiten der digitalen Kommunikation ist es nicht mehr notwendig, neun Länderkammern zu führen. Und es braucht auch nicht neun Bezirksstellen in Tirol. Die Wirtschaft braucht vielmehr eine echte, effiziente Vertretung der Unternehmen“, spricht Falkner klare Worte.

Kammer soll Rücklagen auflösen
Rücklagen und Besitztümer der Kammer gehören in seinen Augen zum Teil aufgelöst, um eine notwendige Finanzstruktur sicherzustellen. „Während täglich ein Unternehmen in Tirol in die Insolvenz schlittert, bedient sich die Kammerführung an den Geldern aus den Pflichtbeiträgen, die von den Unternehmen bezahlt werden“, wettert der TTV-Chef.

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