Österreichs Gegner

Team Algeriens profitiert von französischer Schule

Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Es ist eine kleine französische Auswahl, der Österreich am Sonntag (4 Uhr) in Kansas City gegenübersteht. Genau die Hälfte der 26 algerischen WM-Spieler ist in Frankreich geboren, der Großteil erfuhr dort seine fußballerische Ausbildung. Algeriens Topspieler wie Manchester-City-Verteidiger Rayan Ait-Nouri, Taktgeber Nabil Bentaleb, Stürmer Amine Gouiri oder auch Altstar Riyad Mahrez entstammen als Söhne von Einwandererfamilien allesamt diesem System.

Nun wollen sie „Les Fennecs“ (die Wüstenfüchse) zum zweiten Mal nach 2014 in die K.o.-Phase eines WM-Turniers führen. Die Algerier verfügen über eine Generation junger Hoffnungsträger – allen voran Ibrahim Maza. Der 20-jährige Spielmacher ist in Berlin geboren und aufgewachsen, trotz Angeboten zahlreicher europäischer Topklubs kickt er auch in der kommenden Saison für Bayer Leverkusen.

„Es wird wie ein Finale, ob wir in die nächste Runde kommen oder nicht“, sagte Maza über das Duell mit den Österreichern. „Wir wollen kämpfen und gewinnen.“ Dass beiden Teams aller Voraussicht nach ein Remis zum Aufstieg reicht, hatte die Rechenspiele und Spekulationen im Vorfeld angeheizt. Algeriens Spieler wollten sich davon vorerst nicht beeindrucken lassen. „Es ist ein großes Spiel um den zweiten Platz in der Gruppe“, meinte Offensivmann Fares Chaibi von Eintracht Frankfurt. „Wir sind Algerien, wir werden dieses Spiel sehr zuversichtlich angehen, mit Vertrauen in unsere Qualität.“

Ibrahim Maza (sitzend)
Ibrahim Maza (sitzend)(Bild: EPA/BENJAMIN FANJOY)

Amoura dürfte fehlen
Mohamed Amoura, mit zehn Toren Algeriens bester Torschütze in der Qualifikation, plagt eine im Training erneut aufgeflammte Oberschenkelverletzung. Der Wolfsburg-Stürmer dürfte daher wie zuletzt beim 2:1 gegen Jordanien fehlen. Das Angebot in der Offensive ist aber so groß, dass nicht einmal mehr Mahrez seinen Platz sicher hat. Zum WM-Auftakt gegen Argentinien (0:3) war der Kapitän lediglich eingewechselt worden.

Mahrez stand bereits 2014 im Kader, als die Algerier im WM-Achtelfinale erst im Elfmeterschießen mit 1:2 am späteren Weltmeister Deutschland scheiterten. Zwölf Jahre nach Vahid Halilhodzic führte sie wieder ein Trainer zur WM, der aus dem heutigen Bosnien-Herzegowina stammt – Vladimir Petkovic. „Wir haben unser Schicksal in der eigenen Hand“, sagte der Schweizer Ex-Teamchef nach dem hart erkämpften 2:1 gegen Jordanien. „Es ist noch nichts entschieden, aber wir sind in einer guten Position.“

Vladimir Petkovic
Vladimir Petkovic(Bild: AP/Eakin Howard)

Gute Serie unter Petkovic
In den 31 Länderspielen seit der Amtsübernahme von Petkovic im Februar 2024 haben die Algerier nur viermal verloren. Worüber der 62-Jährige aber nicht verfügt, ist ein Torhüter von internationalem Format. Luca Zidane hatte gegen Argentinien bei den beiden ersten Toren von Lionel Messi keine gute Figur gemacht. Sein Vater, der dreimalige französische Weltfußballer Zinedine Zidane, schaute auf der Tribüne alles andere als glücklich drein.

Petkovic hielt mangels echter Alternativen am Zidane-Sohn fest, der sich erst im vergangenen Herbst entschieden hatte, für das Land seiner Großeltern zu spielen. Der 28-Jährige ist beim spanischen Zweitligisten Granada aktiv, im Frühjahr zog er sich einen Kiefer- und Kinnbruch zu. Gegen Argentinien stand der Goalie noch mit einer Maske auf dem Platz, gegen Jordanien hatte er den Schutz bereits abgelegt – und zeigte eine etwas bessere Leistung.

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