Mit den ersten Sommertagen häufen sich in Wien die tierischen Notfälle. Entflogene Vögel, ausgebüxte Schildkröten und abgestürzte Katzen sorgen derzeit für Hochbetrieb beim Fundtierservice. Die Zahlen zeigen: Viele Unfälle wären vermeidbar.
Kaum steigen die Temperaturen, stehen beim Wiener Fundtierservice die Telefone nicht still. Allein zwischen April und Ende Mai wurden bereits 14 Schildkröten und 46 Ziervögel eingefangen und in Sicherheit gebracht. Besonders häufig entkommen die Tiere aus ihren Gehegen oder durch offenstehende Fenster und sorgen dann für aufwendige Rettungseinsätze.
„Gerade im Frühjahr stellen wir regelmäßig einen Anstieg an gefundenen Ziervögeln und Schildkröten fest“, erklärt Ruth Jily, Leiterin des Wiener Veterinäramts. Während Schildkröten nach dem Winterschlaf wieder aktiver werden und aus ihren Gehegen ausbrechen, entfliegen viele Ziervögel beim Lüften durch geöffnete Fenster. Die Expertin appelliert deshalb an Tierhalter, Gehege und Käfige regelmäßig auf mögliche Schwachstellen zu kontrollieren.
Gefährliche Fensterstürze
Besonders dramatisch sind jedoch die Fälle von abgestürzten Katzen. Seit Jahresbeginn mussten bereits sieben Katzen nach Stürzen aus Fenstern oder von Balkonen tierärztlich versorgt werden, vier davon allein im vergangenen Monat. Nicht alle Tiere überleben solche Unfälle. Gekippte oder ungesicherte Fenster können für neugierige Stubentiger zur tödlichen Falle werden.
Was viele Tierhalter nicht wissen: Eine geeignete Absturzsicherung für Katzen ist gesetzlich vorgeschrieben. Fehlt diese und kommt es zu einem Unfall, drohen Konsequenzen. „Stürzt eine Katze aus dem ungesicherten Fenster, wird der Tierhalter angezeigt“, betont Jily. Die Amtstierärzte der Stadt Wien kontrollieren das Vorhandensein entsprechender Sicherungen regelmäßig.
Wer sein Haustier vermisst, sollte rasch handeln. Auf der Fundtierseite des Wiener Veterinäramts werden alle gefundenen Tiere einen Monat lang veröffentlicht. Aktuelle Fotos der eigenen Lieblinge können die Identifizierung erheblich erleichtern. Bei Schildkröten empfiehlt sich zudem ein Foto des Bauchpanzers, denn dessen Musterung ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck.
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