Die Gemeinden Thörl und Aflenz werden im Sommer flächendeckend mit lebensrettenden Defibrillatoren ausgestattet, dazu wurden schon fast 100 Personen für den Einsatz geschult. Dahinter steht eine private Initiative mit Luis Moser als treibende Kraft.
Alois Moser war Mittelschullehrer und Gemeinderat, wird nächstes Jahr 75 Jahre alt, ist seit 2000 ehrenamtlich beim Roten Kreuz – nun ist es ihm ein Herzensanliegen, ausreichend Defibrillatoren in den Gemeindegebieten von Thörl und Aflenz zu platzieren und gleichzeitig die Bevölkerung zu Schulungen zu bewegen. Der Startschuss für das Projekt „Leben retten lernen“ war Ende Oktober des Vorjahres. Seit November laufen die kostenlosen Kurse, derzeit an jedem ersten und dritten Samstag im Monat. Unterstützung kommt von den Bürgermeistern Hubert Lenger (Aflenz) und Christian Polaschek (Thörl). Bisher kamen rund 80 Personen, die 100er-Marke ist das nächste große Ziel.
Geräte auch in entlegenen Regionen
Mit dem Thörler Hausarzt Giselher Sperka wurde der Bedarf an Defibrillatoren in den beiden Kommunen erhoben. Ergebnis: 20 Geräte. Dabei wurde den weitläufigen Gemeindegebieten Rechnung getragen, schließlich soll etwa auch der Bodenbauer in St. Ilgen versorgt sein. Wichtig: Im Freien brauchen die Geräte einen schützenden Kasten mit Stromanschluss.
Moser spricht Privatpersonen und lokale Unternehmen an, welchen Beitrag sie für die „Defi“-Anschaffung leisten wollen. Bisher gibt es eine Gesamt-Zusage über rund 26.000 Euro. Mit einer Wiener Medizintechnik-Firma wurde ein Spezialpreis ausgehandelt: Ein Gerät kostet demnach 1600 Euro.
„Das Wichtigste ist der Ersthelfer“
Wie wichtig die Initiative ist, zeigt die Statistik: 2024 sind in der Steiermark rund 3700 Menschen an chronischen Herzleiden, Schlaganfall und Herzinfarkt gestorben. „Die meisten Notfälle passieren innerhalb der Familien. Der Wichtigste in der Rettungskette ist der Ersthelfer. Wenn dieser in den ersten Minuten nichts macht, hat es meist gar keinen Sinn mehr, dass der Notarzt kommt“, bricht Moser die Lanze für breite „Defi“-Versorgung. Jede Minute ohne Defibrillator senkt die Überlebenschance um zehn Prozent.
Es laufen auch Gespräche mit Schuldirektionen, um Schüler in das Projekt einzubeziehen. Moser ist überzeugt, dass jeder ab etwa elf Jahren den Umgang lernen kann: „Die Maßnahmen sind kinderleicht und man kann auch nichts falsch machen, da die Schritte durch das Gerät angesagt werden.“
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