Greenpeace kürte die „grünsten“ Landesmetropolen. St. Pölten belegt dabei nur den vorletzten Platz. Die Stadt kontert mit einem Spitzenwert bei unversiegelten Flächen.
Ehe die Gluthitze des Sommers über Österreich hereinbricht, hat Greenpeace alle Landeshauptstädte vom Weltall aus unter die Lupe genommen. Mittels Satellitendaten wurde der Anteil von Grünflächen an den Stadtkernen berechnet. Das Ergebnis: „Die Stadtzentren sind erschreckend grau“, analysiert Melanie Ebner, Greenpeace-Expertin für Bodenschutz.
Mangel an Schattenspendern
Die Spitzenplätze der Greenpeace-Hitliste belegen Bregenz und Linz mit 38,3 und 33,4 Prozent Grünflächen im Zentrum. Am anderen Ende des Rankings finden sich Innsbruck – und St. Pölten. Im historischen Kern der NÖ-Landeshauptstadt bewerten die Umweltschützer nämlich nur 25,5 Prozent der Fläche als grün genug.
Das Urteil: St. Pölten verfüge zwar über „mehrere kleine Parkanlagen“ im Stadtgebiet, weist im Zentrum jedoch ein Defizit auf. Hier bleibe „das Stadtbild weitgehend grau“ – es mangle an Begrünung und an schattenspendenden Bäumen.
Grünflächen-Anteil erhöht
Dass bei der Grünflächen-Analyse offenbar der Stadtwald völlig ausgeklammert wurde, schmerzt die Verantwortlichen im St. Pöltner Rathaus. Sollten nur Flächen mit der Widmung Bauland-Kerngebiet berücksichtigt worden sein, erkläre sich der geringe Grünanteil von selbst: „Bauland-Kerngebiet dient naturgemäß dazu, Zentren mit entsprechender Dichte und Urbanität zu ermöglichen“, heißt es. Zudem verweist man auf die Promenade rund um den Stadtkern, wo bei der Neugestaltung der Grünflächenanteil um zehn Prozent erhöht und die Beschattung verbessert wurde: „Langfristig wird sich die Baumüberschirmung dort von fünf auf 50 Prozent erhöhen.“
St. Pölten am Stockerl
Als Ass im Poker um die „grünsten“ Städte ziehen die St. Pöltner schließlich eine eigene Rangliste aus dem Ärmel – als Vergleichswert dient der Pro-Kopf-Wert an unversiegelten Flächen in den 15 größten Städten Österreichs: Die NÖ-Metropole schafft es mit 1616,39 Quadratmetern hinter Dornbirn und Villach aufs Stockerl. Die Sieger der Greenpeace-Studie landen hier im geschlagenen Feld: Bregenz auf Platz 6, Linz auf Platz 12.
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