Noch immer wird zu sorglos mit Altlasten wie Asbest und anderen Schadstoffen in alten Gebäuden umgegangen. So auch beim Umbau des Schulzentrums Lienz-Nord in Osttirol. Das zeigt ein Bericht des Rechnungshofes auf.
Das Schulzentrum Lienz-Nord ist einerseits ein Vorzeigeprojekt. Nicht zuletzt, weil durch Umbau und Sanierung in den Jahren 2022 bis 2024 laut Rechnungshof (RH) eine Energieeinsparung von beachtlichen 70 Prozent erreicht werden konnte.
Zu sorgloser Umgang mit Altlasten
Doch bei dem Projekt sind laut aktuellem RH-Bericht auch grobe Fehler passiert. Die machen ein grundsätzliches Problem sichtbar: Noch immer wird zu sorglos mit Altlasten wie Asbest und anderen Schadstoffen in Gebäuden umgegangen. Minutiös führen die Prüfer auf, wie in der Theorie die Gefahren erkannt, in der Praxis aber zu wenig ernst genommen werden. „Beispielsweise wurde eine abgebrochene, künstliche mineralfaserhaltige Zwischendecke mit einer Fläche von 1230 Quadratmetern nicht von den Baurestmassen getrennt entsorgt“, heißt es in dem Bericht. Dabei gab es vom Gesetz und der Stadt Lienz als Auftraggeber genaue Vorgaben.
Wir nehmen es auf unsere Kappe, dass wir diese Dokumentation einfordern hätten müssen.

Elisabeth Blanik, BM Lienz
Bild: Christof Birbaumer
Stadt hat Anzeige erstattet
Die bauausführende Firma habe den Fehler zugegeben, bestätigt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) auf Anfrage der „Krone“. Die Stadt hat daraus Konsequenzen gezogen. „Wir haben eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft eingebracht“, erläutert Blanik. Aus dem Schneider ist die Stadt damit aber nicht. Denn der Rechnungshof zeigt auch auf, dass die vorgeschriebene Dokumentation der Entsorgung lückenhaft sei. So fehlen etwas Beweisdokumente, dass Asbest-Bauteile vorschriftsmäßig mit Schutzkleidung entfernt und ordnungsgemäß beseitigt wurden.
„Wir nehmen es auf unsere Kappe, dass wir diese Dokumentation einfordern hätten müssen“, räumt die Bürgermeisterin ein. Sie betont aber auch, dass sowohl Bauaufsicht als auch die ausführende Firma glaubhaft vermittelt hätten, dass die Entsorgung nach Vorschrift erfolgt sei. „Für unsere Stadt war der Umbau des Schulzentrums eine Herkulesaufgabe. Für das nächste Großprojekt haben wir einiges daraus gelernt“, meint Blanik.
25 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Am Beginn war von 23,2 Millionen Euro die Rede. Dann wurde auf 26,8 Mio. Euro nachbudgetiert. So viel hat man letztlich doch nicht gebraucht. Der RH regt bessere Planung an.
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