„Große Verantwortung“

Warum ein Schmetterling den Namen Papst Leo trägt

Tirol
06.05.2026 19:00

Auf der griechischen Insel Kreta wurde ein bislang unbekannter Schmetterling entdeckt.  Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Peter Huemer von den Tiroler Landesmuseen hat ihn Papst Leo XIV. getauft. Huemer erklärt, was es damit auf sich hat.  

Der sogenannte Papst-Leo-Schmetterling erreicht eine Flügelspannweite von rund zwei Zentimetern und zählt damit zu den mittelgroßen Vertretern seiner Gruppe. Besonders auffällig sind die purpurfarbenen Vorderflügel mit einem orange-goldenen Fleck sowie markante weiße Binden. Die Art ist ausschließlich aus den westlichen Gebirgsregionen der griechischen Insel Kreta bekannt. Viel mehr wissen die Forscher noch nicht über den Falter mit dem berühmten Namen.

Der Papst-Leo-Schmetterling wurde auf Kreta entdeckt.
Der Papst-Leo-Schmetterling wurde auf Kreta entdeckt.(Bild: Huemer/TLM)

Appell an Oberhaupt der katholischen Kirche
Für Studienleiter Peter Huemer von den Tiroler Landesmuseen ist die Namensgebung mehr als eine formale wissenschaftliche Handlung: „Sie versteht sich auch als symbolischer Appell an das Oberhaupt der katholischen Kirche, also an Papst Leo XIV, auf die zentrale Verantwortung des Menschen für die Bewahrung der Schöpfung aufmerksam zu machen. Gerade auch deshalb, weil Schmetterlinge im Christentum als zentrales Sinnbild für Auferstehung, Verwandlung und die unsterbliche Seele gelten.“

Peter Huemer, ehemaliger Leiter der Naturwissenschaftlichen Sammlung der Tiroler Landesmuseen, ...
Peter Huemer, ehemaliger Leiter der Naturwissenschaftlichen Sammlung der Tiroler Landesmuseen, und seine Nachfolgerin Evelyn Kustatscher.(Bild: TLM/Tamerl)

Jährlich 700 neue Arten entdeckt
Allein in der Ordnung der Schmetterlinge werden jährlich rund 700 neue Arten entdeckt – überwiegend in den Tropen, doch auch in Europa ist die Grundlagenforschung keineswegs abgeschlossen: In den Alpen konnten etwa in den vergangenen Jahrzehnten rund 200 bislang unbekannte Arten nachgewiesen werden. Huemer: „Wir befinden uns in einer globalen Biodiversitätskrise, dabei ist erst ein Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt wissenschaftlich erfasst. Ein wirksamer Schutz biologischer Vielfalt setzt allerdings voraus, dass Arten überhaupt erkannt, beschrieben und benannt werden.“

Evelyn Kustatscher, Leiterin der Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen, deren älteste Sammlungsstücke bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, weist ebenso auf die Herausforderungen der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet hin: „Die Erforschung der Artenvielfalt ist äußerst zeit- und personalintensiv, da sie umfangreiche Feldarbeit, spezialisierte wissenschaftliche Expertise sowie sorgfältige Nachbearbeitung umfassender Datenmaterialien erfordert.“

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