Mo, 18. Juni 2018

Scam-Kampagne

09.07.2014 13:01

Falsche Filesharing-Abmahnungen enthalten Trojaner

Zehntausende Internetnutzer im deutschsprachigen Raum sind zum Ziel einer Scam-Attacke geworden, bei der Cyberkriminelle ihre Opfer mit E-Mail-Abmahnungen wegen vermeintlicher Copyright-Verletzungen bombardiert haben. Tatsächlich handelt es sich um den Versuch, Geld von unbedarften Internetnutzern zu erschleichen und einen Trojaner auf ihrem Rechner zu installieren. Es empfiehlt sich, derlei Mails sofort zu löschen und keinesfalls den Anhang zu öffnen.

Rund 30.000 Internetnutzer sollen bereits Post von den Scammern bekommen haben, berichtet das Filesharing-Newsportal "TorrentFreak". In den E-Mails wird den Internetnutzern vorgeworfen, illegal Inhalte von großen Rechteverwertern wie EMI, Sony, DreamWorks oder Paramount kopiert zu haben. Die E-Mails enthalten die Forderung, binnen 48 Stunden mehrere hundert Euro zu überweisen, um eine Klage abzuwenden.

Besonders perfid: In den Mails heißt es, man solle eine ZIP-Datei im Anhang öffnen, um Informationen zur Abmahnung zu bekommen. Wer die ZIP-Datei tatsächlich öffnet, bekommt allerdings keine Infos, sondern lediglich einen Trojaner, der mutmaßlich für den Diebstahl von Kreditkarten- und sonstigen Zahlungsdaten sowie Identitätsdiebstahl verwendet wird.

Etliche Opfer wenden sich an Rechtsanwalt
Aufgedeckt wurde der Fall vom deutschen Rechtsanwalt Christian Solmecke, der sich auf die Verteidigung von Mandanten spezialisiert hat, denen Urheberrechtsverletzungen angelastet werden. In seiner Kanzlei laufen wegen der Scam-Welle derzeit die Telefone heiß. Die Opfer der Scam-Welle berichten von E-Mails, in denen ihnen das Kopieren von Musiktiteln bekannter Künstler wie R Kelly, James Blunt oder Bullet for my Valentine angelastet wird. Die Scammer sollen aber auch noch etliche andere Künstler als Grund für die falschen Abmahnungen nutzen.

Sollten Sie eine E-Mail erhalten haben, in der Ihnen Urheberrechtsverletzungen angelastet werden und die Zahlung eines Geldbetrages gefordert wird, sollten Sie sie am besten ignorieren. Echte Anwaltsbriefe kommen üblicherweise mit der Post und nicht per E-Mail. Bei verdächtigen E-Mails sollten Sie auf keinen Fall den Anhang öffnen, sondern die Nachricht sofort löschen. Wurde der Anhang aus Versehen geöffnet, empfiehlt sich ein sofortiger Virenscan.

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