Ob Baugrundstücke, Eigentumswohnungen oder Mieten: In der Steiermark lebt es sich - trotz Preissteigerungen - laut aktuellem Immobilienspiegel der Wirtschaftskammer im Bundesländer-Vergleich am günstigsten. Aber: Bei Eigentumswohnungen sind die Preise in Graz unter allen Landeshauptstädten am stärksten gestiegen.
In anhaltend wirtschaftlich schwierigen Zeiten stöhnen viele Steirer unter hohen Mietkosten, der Traum vom eigenen Haus rückt oft in weite Ferne. Und dennoch steht die grüne Mark im Bundesländer-Vergleich immer noch gut da, wie der aktuelle Immobilienpreisspiegel der steirischen Wirtschaftskammer zeigt.
„Die steirischen Immobilienpreise waren und sind am unteren Ende von Österreich angesiedelt, wobei weite Teile des Ballungsraums Graz natürlich eine Ausnahme bilden“, sagen Branchen-Obmann Andreas Kern und seine Stellvertreterin Katharina Waidacher. So sind die durchschnittlichen Preise für Baugrundstücke, Eigentumswohnungen als auch Mieten in der Steiermark, trotz Preisssteigerungen im Vorjahr, österreichweit am günstigsten.
Die Entwicklung der Wohnungspreise in der Steiermark:
„Graz dynamischer als Linz oder Wien“
Freilich mit starken regionalen Unterschieden. So kostet etwa ein Quadratmeter Baugrund in Graz im Schnitt 388 Euro, im günstigsten Bezirk, Hartberg-Fürstenfeld, nur rund 55 Euro. Bei einer neuen Eigentumswohnung kommt man im Murtal am billigsten weg (2071 Euro/m²), in Graz kostet der Quadratmeter durchschnittlich 4228 Euro.
„Graz ist bei Eigentumswohnungen der stärkste Aufholer, der Markt entwickelt sich dynamischer als in Linz oder Wien“, sagt Katharina Waidacher. Die Preise sind in der steirischen Landeshauptstadt bundesweit am stärksten gestiegen (+ 2,86 Prozent bei Erstbezug, + 4,06 Prozent bei gebrauchten Wohnungen). „In diesem Bereich ist in den letzten Jahren wenig gebaut worden, zugleich steigt die Nachfrage wieder, das bekommen wir langsam zu spüren“, erklärt Andreas Kern die Hintergründe.
Wir zehren jetzt noch davon, dass hier in den Jahren vor der großen Teuerung viel gebaut wurde.

Andreas Kern, WKO-Branchenobmann
Bild: Baumgartner
Mieten in Graz leicht gesunken
Anders stellt sich in Graz die Lage am Mietmarkt dar: Während die Preise für Eigentum anziehen, ist die Murmetropole im Immo-Preisspiegel die einzige Landeshauptstadt, in der Mietwohnungen im Vergleich zum Vorjahr leicht günstiger geworden sind. Für eine neuwertige Mietwohnung in Graz berappt man derzeit im Schnitt 9,95 Euro pro Quadratmeter (- 0,5 Prozent). „Wir zehren jetzt noch davon, dass hier in den Jahren vor der großen Teuerung viel gebaut wurde. Derzeit tut sich da nach wie vor relativ wenig“, sagt Kern. Steiermarkweit ist auch bei Mietwohnungen wieder das Murtal preislich das Schlusslicht (5,94 Euro/m²).
Wo Graz im Vergleich der Landeshauptstädte noch deutlich hervorsticht, sind Geschäftsmieten. Diese sind bundesweit am stärksten gesunken (- 3,9 Prozent). „Dort korrigiert sich ein Markt, der sich auf neue Nutzungen und Realitäten einstellen muss. Der stationäre Handel steht weiter unter Anpassungsdruck“, so Kern, der aber auch betont, dass es sich bei dieser Analyse nicht nur um die Innenstadt handelt, wo es ja laufende Diskussionen um Leerstände gibt.
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