Sie stehen bei der Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren an vorderster Front – die Soldatinnen und Soldaten der ABC-Abwehreinheit in Korneuburg (NÖ). Die „Krone“ rückte zum Info-Tag an.
Angetreten! Ministerin Klaudia Tanner und der Kommandant der Landstreitkräfte des Österreichischen Bundesheeres, Generalleutnant Martin Dorfer, besuchten die Dabsch-Kaserne in Korneuburg, wo die ABC-Abwehrschule für die hervorragende Ausbildung rund um komplexe Gefahrenbereiche steht. Die „Krone“ erhielt dabei interessante Einblicke in Arbeit, neue Ausrüstung und Ausrichtung der Experten.
Nach dem Super-GAU im Einsatz
Nach dem Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl vor 40 Jahren waren sie ebenso im Einsatz wie während der Corona-Pandemie und dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Slowakei und Ungarn. Die Fachleute der ABC-Abwehreinheit sind speziell ausgebildete Experten.
Die Truppe ist im Krieg für den Schutz der Soldaten vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen eingesetzt. In Friedenszeiten sind die Experten aus Korneuburg national wie international ein unverzichtbares Instrument der Katastrophenhilfe.
„Wir haben vier Aufgabengebiete“, erklärt der bisherige Kommandant des ABC-Abwehrzentrums, Oberst des Generalstabsdienstes Jürgen Schlechter, der jetzt als Leiter des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik nach Wien wechselt: „Nämlich Aufklärung, Dekontamination, Rettung/Bergung sowie Wasseraufbereitung.“ Für Letztere steht man im In- und Ausland, sogar im Tschad, bereit. Auch die zivile Hilfe ist enorm wichtig. Wäre die Maul- und Klauenseuche auf heimische Nutztiere übergesprungen, hätte der Schaden bis zu zehn Milliarden Euro betragen können.
Es wird kräftig ausgebaut
„Der Ausbau der ABC-Abwehrtruppe ist fixer Bestandteil des Aufbauplans 2032+“, so Generalleutnant Martin Dorfer. Noch im April wird ein modernes Katastrophenhilfe-Lager in Betrieb gehen. Eine neue Werkstatt und Unterkünfte sollen folgen. 200 zusätzliche Kräfte werden ihren Dienst auf dem Areal antreten, ein Schwerpunkt wird dabei das Thema „Drohnen“ sein, welche ja auch für das Aufspüren von gefährlichen Kampfstoffen wichtig sind. Damit verdoppelt sich der Personalstand.
Verteidigungsministerin Tanner: „Der Ausbau der Struktur hier um rund 200 Personen beim Heer, aber auch bei Zivilbediensteten, ist ein wichtiger Schritt. Wir müssen hier aber sicher noch mehr investieren.“
„Das ABC-Abwehrzentrum ist ein einzigartiges Kompetenzzentrum, das über Bundesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießt. Wir sehen hier ein anschauliches Beispiel dafür, wie Investitionen in das Österreichische Bundesheer sowohl unsere militärischen als auch unsere Fähigkeiten im Assistenzeinsatz heben. Wir sind heute auf einem guten Weg – besser ausgerüstet, breiter aufgestellt und schneller einsatzbereit. Weitere Investitionen sind geplant“, erklärt Niederösterreichs Landesmilitärkommandant Brigadier Georg Härtinger abschließend.
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