Ein Geschäftslokal am Pradler Friedhof in Innsbruck vereint seit Kurzem Gräberbetreuung und Blumensträuße mit der Verköstigung von Gästen. Das Konzept funktioniert sogar besser, als der Chef das erwartet hat.
„Das Café ist neu, oder?“, erkundigt sich eine Frau an der Theke der Friedhofsgärtnerei und linst interessiert nach links, wo früher eine Wand war. Jetzt fällt ihr Blick in einen hellen Raum, in dem leise Geschirr klappert, eine Kaffeemaschine summt und Gäste an Tischen plaudern. Seit November geht gegenüber des Pradler Friedhofs in Innsbruck das „Blumencafé“ nahtlos über in die Friedhofsgärtnerei „Blumen für die Seele“. Oder umgekehrt?
„Wir haben das Potenzial gesehen“
„Das Café ist sehr gut besucht“, freut sich Christian Huber, der seine Gärtnerei zusammen mit Geschäftspartner Felix Strolz um das Café erweitert hat, „alle haben gesagt, das geht nicht, aber wir haben das Potenzial gesehen“. Am Pradler Friedhof finden täglich Beerdigungen statt, sie wollten eine Einkehrmöglichkeit bieten.
Tatsächlich finden aber auch viele Bewohner der näheren Umgebung den Weg ins „Blumencafé“ und genehmigen sich Kaffee, Kuchen, etwas zu essen, einen Drink. Und nehmen, wenn sie gehen, vielleicht den einen oder anderen floralen Gruß mit. „Die ganze Deko im Café kann man kaufen“, lacht Huber. Aber: Während das Café täglich geöffnet ist, darf die Gärtnerei im gleichen Raum nur zu ihren Öffnungszeiten Blumen, Grabschmuck etc. verkaufen.
Feine Atmosphäre gefällt nach Friedhofsbesuch
Auch wenn der Friedhof so nah ist, die Gäste ihren Matcha Latte mitunter mit Blick auf Grabkerzen genießen, ist der Tod kein Dauerthema. „Die Stimmung ist gut“, lächelt Huber. „Das liegt sicher auch an unserem lockeren Umgang mit Gästen. Ab und zu ist auch mal jemand traurig, aber nicht oft.“
Stattdessen „besuchen einige jetzt öfter jemanden am Friedhof“, weil sich das gut mit einem Kaffee verbinden lasse. Und vielleicht gelingt das Erinnern zwischen blühenden Blumen und duftendem Kaffee ja dann auch ein bisschen besser.
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