Als Koch fürchtete Peter Springer kein Abenteuer, war in der ganzen Welt im Einsatz. Doch als er krank wurde, war es die Liebe zu seiner (viel jüngeren) Evamaria, die ihm Halt gab.
Zu seinem 70. Geburtstag könnte der Grazer Koch Peter Springer ein dickes Buch aufschlagen. Es ist allerdings kein Kochbuch. Sein Leben liest sich vielmehr wie ein Abenteuerroman, der mit dem Einlaufen in den Hafen der Ehe ein weiteres Kapitel aufschlägt. Denn nach Jahrzehnten in der Spitzengastronomie und auf Luxuskreuzfahrtschiffen kehrte der Weltenbummler in die Heimat zurück. Bei einem Kochseminar lernte er Evamaria kennen und lieben. Vor fünf Jahren wurde geheiratet, unbeirrt von der Tatsache, dass sie 33 Jahre jünger ist.
Mit diesem Altersunterschied liegt das Paar weit außerhalb der Norm. Die körperlichen Kapazitäten könnten in den nächsten Jahren also extrem divergieren. „Ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht“, erzählt die 37-jährige Küchenmeisterin, die bei „Jugend am Werk“ kocht. „Das Umfeld sieht das vielleicht anders. Aber wir sind jetzt fünf Jahre verheiratet und ich habe keinen Tag bereut. Es ist egal, was kommt – ich werde immer bei ihm sein.“
„Sie motiviert mich in jeder Beziehung“
Oft sind es spezielle Zutaten, die das Lebensglück fördern. Beim Ehepaar Springer ist es wohl die Berufung. „Ich habe meine Traumfrau geheiratet und bin durch sie in der Pension frisch motiviert worden“, strahlt der 70-Jährige, der Herzinfarkt und Krebserkrankung überstanden hat. Für ihn steht eines außer Zweifel: Liebe kann tatsächlich heilen. „Sie motiviert mich in jeder Beziehung. Mir geht es gesundheitlich gut. Ich weiß nicht, wie das ausgegangen wäre, wenn Evamaria nicht bei mir gewesen wäre. Man sagt, die Liebe heilt Wunden, bei mir sogar den Krebs.“
Dabei blickt der Koch auf ein wunderbares Leben zurück: Unter russischer Flagge wurde der Grazer als Executive Chef auf einen Schiffgiganten der Arktis angeheuert. „Dieser Eisbrecher wurde mit nuklearer Energie betrieben“, erinnert sich der Abenteurer, auch an die „geisteskranke Normalität“ von damals. „Das Kühlwasser der Reaktoren wurde am Bug wieder ins Meer gelassen, damit das Eis leichter bricht.“ Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar.
Von Goldmedaillen zu Gewürzmischungen
Danach ging es auf die luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Dort kochte der Steirer für Superreiche und Prominente. „Das war kein Einzelfall, dass Weltreisende am Schiff eine Seekarte um eine Million Schilling ersteigerten, auch beim Trinkgeld waren sie spendabel.“ Ein Moment ist ihm bis heute besonders in Erinnerung geblieben. Zur Jahrtausendwende hat Peter Springer die Silvestergala für den König von Tonga ausgerichtet. „Der ist mit einem pompösen Gefolge und Trommelwirbel aufmarschiert. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut.“
Entscheidend ist nicht, wie viel Zeit man hat, sondern wie man sie nutzt.
Peter Springer
Die bekommt der Kochweltmeister auch beim Präsentieren seiner Goldmedaille, die er sich unter 1200 Teilnehmern einst holte. Doch solche Erfolge umzumünzen, gelang ihm nicht. „In Velden führte ich ein ausgezeichnetes Lokal, mit vielen prominenten Gästen. Damals dachte ich, dass ich keine Presse brauche. Rückblickend gesehen war das ein Fehler“, beteuert der Heimkehrer, der nun Gewürzmischungen kreiert, Seminare hält und als Mietkoch beschäftigt ist.
Er ist sich sicher: „Entscheidend ist nicht, wie viel Zeit man hat, sondern wie man sie nutzt.“ Das unterstreicht ein Wunsch seiner Ehefrau: „Am schönsten wäre es, er wäre 20 Jahre jünger und ich zehn Jahre älter. Dann hätten wir noch mehr Zeit miteinander.“
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