Dichtes Programm bei der Tagung der österreichischen Bischöfe in St. Johann bei Herberstein in der Oststeiermark. Die „Krone“ hat nachgefragt, was der steirische Kirchenchef Wilhelm Krautwaschl zur aktuellen Debatte um den Zölibat sagt.
Über gleich 64 Tagesordnungspunkte diskutierten die österreichischen Bischöfe von Montag bis Donnerstag in St. Johann bei Herberstein. Heiße Eisen, die viele Katholikinnen und Katholiken bewegen, blieben nicht ausgespart: die Frauenfrage, der Zölibat, die Verfolgung von Christen weltweit.
Aufhorchen ließ der neue Wiener Erzbischof dabei mit der Aussage „Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten“. Regeln, Gebote und Vorschriften dürften nicht zum Selbstzweck werden, forderte Josef Grünwidl, der sich also zumindest indirekt für weitgehende Reformen ausspricht.
Die Ehelosigkeit von Priestern hat Vor- und Nachteile. Christliche Glaubensgemeinschaften ohne Zölibat sind nicht frei von Problemen.
Wilhelm Krautwaschl
„Bin nicht gezwungen worden“
Die „Krone“ fragte am Freitag beim steirischen Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl nach, der die Debatte um die Ehelosigkeit differenzierter sieht: „Ich bin nicht dazu gezwungen worden und wusste, worauf ich mich da einlasse.“ Christliche Glaubensgemeinschaften, die eine Heirat von Priestern zuließen, seien deshalb noch lange nicht frei von Problemen, „aber ich kann mir beides gut vorstellen“.
Drängender seien aktuell die zunehmende Säkularisierung, die Gottlosigkeit vieler Menschen und die Verächtlichmachung des Christentums, so der steirische Kirchenchef: „Das macht mich betroffen!“
Wilhelm Krautwaschl ist übrigens in der Favoritenrolle, was die Nachfolge von Franz Lackner als neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz betrifft (Lackner will sich im Juni nicht mehr der Wahl stellen): Zur „Krone“ sagt Krautwaschl dazu, dass er grundsätzlich Aufgaben annehme, wenn ihm diese übertragen würden.
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