Die Liste Walter Reiter hat die Koalition in Leoben platzen lassen, nun braucht die dominierende SPÖ einen neuen Partner. Infrage kommen FPÖ, ÖVP und KPÖ. Doch es gibt viel verbrannte Erde – und sogar schon eine Rücktrittsaufforderung.
Gewissheit hat die so stolze Leobner Sozialdemokratie nur in einem Punkt: Die Grünen wollen weiter in der Koalition bleiben. Doch diese verfügen nur über einen Sitz im Gemeinderat. Zwei Mandate fehlen für die absolute Mehrheit.
Mit FPÖ, ÖVP und KPÖ würde sich das jeweils ausgehen. Am Montag will sich Bürgermeister Kurt Wallner von seiner Partei grünes Licht für Gespräche holen. Die drei bisherigen Oppositionsparteien zeigen sich aber kühl bis ablehnend.
FPÖ fordert Wallners Rücktritt
Am deutlichsten ist der freiheitliche Vizebürgermeister Florian Wernbacher: „Das Scheitern dieser Koalition ist letztlich auch ein Scheitern der politischen Führung durch Bürgermeister Wallner – und damit ist er aus unserer Sicht rücktrittsreif.“ Die FPÖ sei für Gespräche mit der SPÖ bereit, der künftige Bürgermeister der zweitgrößten steirischen Stadt könne aber nicht mehr Kurt Wallner heißen, betont Wernbacher.
So klar positioniert sich Reinhard Lerchbammer (ÖVP) vor den Sitzungen seiner Parteigremien zwar nicht. Vergessen seien die „falschen Behauptungen“ Wallners nach dem Platzen der Koalitionsgespräche im Vorjahr aber keinesfalls, betont Lerchbammer gegenüber der „Krone“. Man habe damals eine Reformagenda vorgelegt und werde, falls es zu Gesprächen mit der SPÖ kommt, wieder auf Reformen drängen, etwa in den Bereichen Gemeindewohnungen, Wirtschaft und Kinderbetreuung.
Budgeterstellung ohne fixen Koalitionspartner schwierig
Bleibt noch die KPÖ als mögliche Partnerin. „Ausgeschlossen ist nichts. Ich zweifle aber, ob sich der Bürgermeister ernsthaft mit uns zusammensetzen will“, sagt Gemeinderat Jakob Matscheko. Auch die Kommunisten haben keine guten Erinnerungen an die Gespräche vor einem Jahr. Dort haben sie unter anderem eine Sanierung der Gemeindewohnungen und eine Senkung der Fernwärmepreise ins Spiel gebracht – beides sei aber laut Wallner nicht finanzierbar gewesen.
Falls alle Verhandlungen scheitern, könnten die Sozialdemokraten gemeinsam mit der Grünen Susanne Sinz auch ohne Mehrheit im Gemeinderat arbeiten. Immerhin haben die Roten eine Mehrheit im Stadtrat. Knackpunkt könnte allerdings die heikle Budgeterstellung im Herbst werden, wo jedenfalls eine weitere Partei zustimmen müsste.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.