Wegen Körperverletzung

Patientin schrie „Stopp“: Frauenarzt angeklagt

Salzburg
07.03.2026 06:00

Ein Oberarzt führte im April 2025 im Tauernklinikum eine gynäkologische Behandlung durch. Die junge Patientin schrie dabei vor Schmerzen und erlitt Blutungen. Dem Mediziner wird jetzt in der Anklage der Staatsanwaltschaft Körperverletzung vorgeworfen. Laut dem Anwalt des Opfers arbeitet er weiter – aber in einem anderen Spital.

Der Angeklagte ist ein Oberarzt für Gynäkologie aus dem Ausland und arbeitete als Spitalsmediziner im Pinzgauer Tauernklinikum – bis zu einem Vorfall am 20. April 2025, der ihm nicht nur eine Anklage wegen des Vorwurfs der Körperverletzung und des Missbrauchs des Autoritätsverhältnisses einbrachte, sondern ihn auch schon den Arbeitsplatz kostete.

Sie schrie vor Schmerzen, er machte weiter
Was war passiert? Eine junge Frau war wegen Schmerzen im Unterbauch an jenem April-Tag zur Untersuchung im Zeller Spital. Im Rahmen der gynäkologischen Behandlung schrie die Patientin vor Schmerzen, rief „Stopp“ und bat den beschuldigten Mediziner aufzuhören, heißt es im Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Der Mediziner machte weiter, obwohl die Frau bereits vor Schmerzen weinte.

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Es wundert mich, dass der beschuldigte Arzt sofort wieder eine Anstellung in einem Spital in Oberösterreich bekommen hat.

Opfer-Anwalt Stefan Rieder

Schmerzhafte Behandlung im Tauernklinikum wird zum Kriminalfall für das Gericht.
Schmerzhafte Behandlung im Tauernklinikum wird zum Kriminalfall für das Gericht.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Letztlich erlitt sie durch die Behandlung Blutungen in ihrem Intimbereich. Ein Gutachter stellte im Auftrag der Staatsanwaltschaft fest, dass die Behandlung weder medizinisch indiziert noch lege artis war – also weder notwendig noch den Standards entsprechend. Eine bloße Ultraschalluntersuchung hätte laut dem Experten ausgereicht.

Zudem wurde die Patientin nicht ausreichend informiert. Opfer-Anwalt Stefan Rieder wundert sich im „Krone“-Gespräch, dass der beschuldigte Arzt bereits eine neue Stelle in einem Spital in Oberösterreich bekommen hat. Dabei betont er auch: „Dem Mediziner fehlt es wohl an jeglicher Empathie.“ Der Prozess findet am 25. März statt. 

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