FPÖ-Parteichef Herbert Kickl hat am Dienstag Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg getroffen. „Diese Info-Gespräche sind mir wichtig, deshalb führe ich sie regelmäßig“, betonte das Staatsoberhaupt auf Facebook. Und auch die FPÖ hielt sich mit Spitzen im Anschluss zurück.
„Das ist eine meiner Aufgaben als Bundespräsident – viele Gespräche mit jenen Menschen zu führen, die politische Ziele in Österreich verfolgen“, schrieb Van der Bellen über das Gespräch „hinter der Tapetentür“.
Van der Bellen spricht offen über Kickls Rolle
Kickl habe ihm zufolge als Parteichef die Verantwortung, die Wähler der FPÖ zu repräsentieren, er sei gerade in der Oppositionsrolle. „Die Frage ist, was aus diesen wichtigen Rollen in unserer Republik gemacht wird. Unsere Demokratie lebt vom Dialog. Es ist die Aufgabe der Regierung zu gestalten und die Rolle der Opposition, Alternativen aufzuzeigen.“
Kickl hat als Parteichef die Verantwortung, die Wähler der FPÖ zu repräsentieren, er ist gerade in der Oppositionsrolle.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen über den FPÖ-Chef
„Gedankenaustausch“
Auch Kickl postete das gemeinsame Bild mit dem Staatsoberhaupt auf Facebook und bezeichnete das Treffen als „Gedankenaustausch“. Nach dem Treffen hörte man auch aus blauen Kreisen kein negatives Wort darüber.
Keine besten Feinde mehr?
Solch amikale Stimmung zwischen Hofburg und FPÖ-Kommandozentrale gab es nicht immer. Im Gegenteil. Kickl teilte in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder verbale Giftpfeile aus. 2023 etwa bezeichnete der blaue Parteichef das Staatsoberhaupt als „Mumie“ und „senil“. Auch nach dem zunächst nicht erteilten Regierungsauftrag nach der Nationalratswahl 2024 gab es immer wieder heftige Kickl-Attacken („Van der Bellen ist ein Elefant im Porzellanladen“). Und auch beim diesjährigen Neujahrstreffen der FPÖ teilte der blaue Frontmann heftig gegen den Ex-Grünen-Chef aus. So kritisierte er Van der Bellens Appell eines „Europa-Patriotismus“ minutenlang. Es gehe ihm (Kickl) nur um „Österreich-Patriotismus“.
„Wir haben uns ausgeredet“
Doch inzwischen dürften zwischen VdB und FPÖ-Chef ein gewisses Tauwetter eingesetzt haben. „Wir haben uns ausgeredet“, verriet Kickl bereits in seiner Aschermittwoch-Rede. Dabei erinnerte er auch an kurz zuvor stattgefundenes Treffen „hinter der Tapetentür“ in der Hofburg. Van der Bellen habe ihn damals gefragt, wie es ihm jetzt dabei gehe, als stärkste Kraft in der Opposition zu sein. Kickls Antwort: „Mir geht es ausgezeichnet. Ich bin jetzt dort, wo ich immer hinwollte. Jetzt sehen die Österreicher glasklar, dass es diese Einheitspartei, von der ich immer geredet habe, wirklich gibt.“
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