




In sieben Tagen durch vier Länder, an einem Fluss. Tagsüber im Sattel, nachts im Rhythmus der Donau. Europa zeigt sich hier von seiner Flussseite, geprägt von Bewegung, Geschichte und Landschaft. Eine Reise, die das Tempo neu definiert.
Am Abend des ersten Tages sitze ich warm eingepackt auf dem Oberdeck der MS Primadonna und sehe zu, wie Hainburg an der Donau langsam in der Dämmerung verschwindet. Hoch über den Dächern thront die alte Heimenburg, deren Silhouette sich gegen den letzten Schimmer des Himmels abzeichnet. Das Schiff gleitet beinahe lautlos über das Wasser.
Auf zu neuen Ufern
Vor uns liegt Bratislava, wo wir weiter Passagiere aufnehmen werden, die dem Donauradweg durch den Nationalpark Donau-Auen gefolgt sind. Ihr Gepäck ist längst an Bord. Sie brauchen nur noch anzukommen. Diese Idee, so schlicht wie bestechend, macht den Reiz dieser Reise aus.
Tagsüber fährt man mit dem Fahrrad die jeweilige Flussetappe durch Auwälder, ursprüngliche Kleinstädte, Dörfer, an Weinbergen vorbei. Abends wartet das Schiff bereits im nächsten Hafen. Man duscht, geht zum Abendessen, hört Pianomusik – und schläft ein, während die MS Primadonna in die Nacht weiterfährt.





Erfolgsmodell seit 1996
Das Schiff gehört zur Linzer Donau Touristik, die Manfred Traunmüller seit 1996 zu Europas größtem Radreiseanbieter ausgebaut hat. Das Unternehmen bietet verschiedene Flusskreuzfahrten entlang der Donau an – von klassischen Genussreisen bis hin zu aktiven Radkreuzfahrten wie dieser, bei der die täglichen Etappen auf dem Sattel das Herzstück bilden.
Menschen, die wissen, wie man reist
Unsere Route führt von Wien über Bratislava und Budapest bis nach Belgrad und wieder zurück. Wer will, radelt. Wer nicht will, bleibt an Bord. Gerhilde ist 82 Jahre alt und fährt fast jeden Tag vierzig Kilometer auf ihrem E-Bike. „Mein Ziel ist es, hundert zu werden“, sagt sie bestimmt, bevor sie sich den Helm aufsetzt und losfährt. An Bord gibt es viele Menschen wie sie – aktiv, neugierig, erfahren im besten Sinne. Die Atmosphäre ist ruhig, ohne langweilig zu sein, gesellig, ohne laut zu werden.
Wo Save und Donau sich berühren
Südlich von Budapest öffnet sich die Landschaft, die Weite der Puszta löst die urbane Kulisse ab. Am vierten Tag erreichen wir Belgrad. Wo Save und Donau sich vereinigen, erhebt sich die Festung Kalemegdan über der Stadt. Der Fluss wirkt hier breiter, dunkler, freier.
Wer einen Tag lang durch Belgrads Straßen spaziert, wird überrascht sein. Die Stadt trägt eine Geschichte, die von Kriegen, Brüchen und Neuanfängen erzählt – und begegnet einem dennoch mit bemerkenswerter Leichtigkeit. Die Straßencafés sind voll, die Fassaden bunt, die Menschen jung.
Eine Stadt, die ein Wiedersehen verdient
Im Viertel Savamala haben Künstler und Kreative alte Lagerhallen in Galerien und Bars verwandelt. Auf der Knez Mihailova, der großen Fußgängerzone, mischt sich das Treiben von Einheimischen und Besuchern so selbstverständlich, als hätte diese Stadt nie etwas anderes gekannt als Aufbruch. Was man in einem einzigen Ausflugstag davon zu sehen bekommt, reicht aus, um zu verstehen, dass man eigentlich viel länger bleiben müsste.
Und als die MS Primadonna nach sieben Tagen wieder in Wien-Nussdorf anlegt, weiß man: Diese Reise endet im Hafen – aber nicht im Kopf.
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