Kulinarik & Geschichte

Was Sie in Berlin unbedingt genießen sollten!

Reisen & Urlaub
26.02.2026 09:00

Zwischen Currywurst, „Spionage“ und Kultur: Entdecken Sie mit der „Krone“ Berlin, wo das Brandenburger Tor plötzlich einst „oben ohne“ dastand, unzählige Museen Geschichte erzählen und man die Hauptstadt sogar essend von oben genießen kann – während man sich dreht!

Potsdamer Platz. Dort, wo Karin Bischoff und ich stehen, befand sich einst vier Meter hoher Beton: die Berliner Mauer. Den Mauerfall hat die Stadtführerin 1989 hier selbst miterlebt: „Es war ein überwältigender Moment.“ Heute spaziert man zwischen dem früheren Westen und Osten einfach hin und her, nur eine gepflasterte Linie im Boden erinnert an die frühere Trennung. Vormittags bin ich in Berlin angekommen. Eine Stadt, die nicht geschniegelt ist, aber mit ihrem unangepassten Charme, kultureller Vielfalt sowie urbaner Weite beeindruckt.

Reste der Berliner Mauer am Potsdamer Platz.
Reste der Berliner Mauer am Potsdamer Platz.(Bild: travelview - stock.adobe.com)
Blick in die Kuppel des Deutschen Bundestags.
Blick in die Kuppel des Deutschen Bundestags.(Bild: Blickfang - stock.adobe.com)

Quadriga des Brandenburger Tors war „plötzlich“ weg
Karin und ich gehen weiter, halten kurz am Stelenfeld inne, das an die ermordeten Juden Europas während der Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Dann sehen wir die eindrucksvolle Glaskuppel des Deutschen Bundestags, die ebenfalls einen Besuch lohnt. Pünktlich zum winterlichen Sonnenuntergang erreichen wir das Brandenburger Tor, das ab 1806 einige Jahre „oben ohne“ – also ohne Quadriga – auskommen musste, weil Napoleon sie gestohlen hatte. Danach dürfen wir als Nicht-Gäste einen Blick in die Lobby des berühmten Hotel Adlon werfen.

Ein Wahrzeichen Berlins: Reise-Redakteur Mario Aberl vor dem Brandenburger Tor.
Ein Wahrzeichen Berlins: Reise-Redakteur Mario Aberl vor dem Brandenburger Tor.(Bild: Mario Aberl)

Letzte Station: das Stadtschloss. Es wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1950 von der DDR-Führung gesprengt, um den Palast der Republik zu bauen. Ab 2013 wurde es als Humboldt Forum mit teils rekonstruierter historischer Fassade neu aufgebaut und ist heute zentrales Kultur- und Museumsgebäude der Stadt. Ich danke Karin für die spannenden Einblicke und folge meinem Hunger zum Gendarmenmarkt, wo der Deutsche und der Französische Dom wie Zwillinge nebeneinanderstehen. Im Restaurant Lutter und Wegner wartet mein Abendessen. Sauerbraten, der nicht nur laut Speisekarte ausgezeichnet mundet.

Friedrichstadtplast: Wo man in eine Traumwelt eintaucht
Später öffnet der Friedrichstadtpalast, der zu begeistern weiß, seine Türen für mich. „Blinded by Delight“ (Vom Glück geblendet) heißt die große, atemberaubende Show auf der größten Theaterbühne der Welt, auf der es auch ein riesiges Wasserbecken gibt. Sänger, Tänzer und Akrobaten entführen in eine bunte Welt der Träume.

Gut zu wissen

  • Von Wien aus fliegt derzeit nur die AUA direkt nach Berlin, zusätzliche Kapazitäten wären wünschenswert.
  • Mit der Berlin Welcome Card Museumsinsel in der Tasche kann man 72 Stunden alle Öffis (ab Flughafen) nutzen, genießt freien Eintritt in die Museen auf der Museumsinsel und erhält überdies Ermäßigungen bei vielen Sehenswürdigkeiten.

Den Abschluss der Revue bildet die berühmte Kickline, eine synchrone Tanzformation, bei der Tänzerinnen in einer Reihe stehen und ihre Beine präzise, oft bis auf Augenhöhe, in die Luft werfen. Wirklich beeindruckend!

Ausflug in eine Traumwelt: Die große Show „Blinded by Delight“ im Friedrichstadtpalast.
Ausflug in eine Traumwelt: Die große Show „Blinded by Delight“ im Friedrichstadtpalast.(Bild: Markus Nass)

Von der „Spionage“ zum Currywurst-Genuss
Ein „geschmackvolles“ Programm hält auch mein nächster Berlin-Tag parat. Zuerst tauche ich im Deutschlandmuseum auf 1400 Quadratmetern mit allen Sinnen in 2000 Jahre deutsche Geschichte ein. Von den Germanen bis zur Wiedervereinigung, faszinierend für Groß und Klein. Anschließend begebe ich mich im Deutschen Spionagemuseum auf geheime Mission, übe mich unter anderem im Wanzensuchen.

Im Deutschlandmuseum erlebt man die deutsche Geschichte mit allen Sinnen.
Im Deutschlandmuseum erlebt man die deutsche Geschichte mit allen Sinnen.(Bild: Deutschlandmuseum Berlin/BänferKartenbeck)

Bus Nummer 200, mit dem man aufgrund seiner Haltestellen bei vielen Sehenswürdigkeiten quasi eine Stadtrundfahrt machen kann, bringt mich zum Zoologischen Garten. Bei Curry 36 stärke ich mich mit einer Currywurst. Die Frage der Fragen: Mit oder ohne Darm? Ohne, dafür mit Brötchen!

Ein Muss beim Berlin-Besuch: Currywurst
Ein Muss beim Berlin-Besuch: Currywurst(Bild: Getty Images/YuliaImages)
Königsberger Klopse von Tim Raue
Königsberger Klopse von Tim Raue(Bild: Nils Hasenau)

Eine Audienz bei der Gemahlin Echnatons
Nach einem Spaziergang über den Kurfürstendamm lockt das berühmte Kaufhaus des Westens. „Die Sechste“ ist die Etage für Genießer im KaDeWe. Austern, Champagner oder, wie für mich, Kaffee und Kuchen – hier gibt es für jeden Gaumen etwas. Mit aufgefüllten Energiereserven und der S-Bahn geht es zur Museumsinsel. Denn ich bin mit einer Dame „verabredet“, die ich bei nahezu jeder Berlin-Reise besuche: Nofretete.

Die Büste der Nofretete ist der „Star“ unter den Exponaten des Neuen Museums.
Die Büste der Nofretete ist der „Star“ unter den Exponaten des Neuen Museums.(Bild: Massimo Todaro - stock.adobe.com)

Die Büste der Frau des Echnaton, erschaffen um 1300 vor Christus, ist das bekannteste Exponat des Neuen Museums. Ihr Blick, die lebendigen Farben und klar erkennbaren Details faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Man muss sie einfach selbst sehen! Tage könnte ich hier auf der Insel verbringen. Das Pergamonmuseum ist zwar wegen Umbaus geschlossen, als Ersatz gibt es eine interessante Ausstellung inklusive eines 360-Grad-Panoramas der Stadt Pergamon.

Essen mit 360-Grad-Ausblick: Das Restaurant Sphere im Fernsehturm in 207 Meter Höhe dreht sich.
Essen mit 360-Grad-Ausblick: Das Restaurant Sphere im Fernsehturm in 207 Meter Höhe dreht sich.(Bild: Nils Hasenau)
Serviert wird auch Soljanka, eine scharf-säuerliche Suppe der osteuropäischen Küche.
Serviert wird auch Soljanka, eine scharf-säuerliche Suppe der osteuropäischen Küche.(Bild: Nils Hasenau)

Ein „drehendes“ Dinner hoch über der Hauptstadt
Abends erwartet mich im wahrsten Sinne des Wortes ein Höhepunkt: der Berliner Fernsehturm! Hier genießt man nicht nur eine herrliche Aussicht. In nur rund 40 Sekunden bringt mich der Aufzug ins auf 207 Metern gelegene Restaurant Sphere by Tim Raue. Seit Juni 2025 wird das Restaurant, das sich dreht, vom deutschen Sternekoch mit einem lässig-authentischem Konzept geführt.

Infos und TIPPS

ALLGEMEINE AUSKÜNFTE

ANREISE
Die AUA fliegt mehrmals täglich nach Berlin. Alternativ mit dem Zug (ÖBB/DB) bzw. Flixbus oder Pkw.

HOTEL-EMPFEHLUNG

Novotel Berlin Mitte (4 Sterne), novotel.com, Preisbeispiel: 1 NF für 2 Pers. (z. B. 17. 4.) ab 186 €.

KULTURELLE TIPPS

KULINARISCHE TIPPS

Das spiegelt sich nicht nur darin wider, dass das Personal statt Hemd oder Bluse jetzt bunte T-Shirts trägt, sondern auch in Geschmack und Aufmachung der Speisen. Für mich gibt es Kürbissuppe mit Ingwer und Koriander sowie Königsberger Klopse vom Kalb mit roter Beete und Kartoffelpüree. Ein Gericht, das Raue schon Angela Merkel und Familie Obama kredenzt hat.

Nicht nur mir schmeckt es, auch meinen Tischnachbarn aus Hamburg, einem älteren Ehepaar. Ihnen hat es beim ersten Besuch so gut gefallen, dass sie nun, einige Monate später, wiedergekommen sind. Ein neu interpretierter Bananensplit bildet nicht nur den wunderbaren Abschluss meines Abendessens, sondern auch meines kulturell-kulinarischen Kurzbesuchs in der deutschen Hauptstadt.

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