In der Klinik Favoriten ging das neue, moderne Zentrallabor in Betrieb. Wien setzt Maßstäbe. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nutzte die Bühne auch für eine Ansage in Richtung Niederösterreich.
Mit viel Selbstbewusstsein hat der Wiener Gesundheitsverbund sein neues Zentrallabor in der Klinik Favoriten eröffnet. „Wir wollen ein modernes Gesundheitssystem in dieser Stadt“, so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Und dieses Haus sei ein weiterer Beweis dafür, dass man auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Wort halte. Herzstück des Neubaus ist eine vollautomatisierte Laborstraße. Proben gelangen per Rohrpost aus der gesamten Klinik ins Labor, werden automatisch zentrifugiert, analysiert und archiviert. 370 Geräte stehen bereit. Rund drei Millionen Analysen werden hier jährlich durchgeführt.
Wiens neues Labor setzt Maßstäbe
„Laborbefunde bilden eine tragende Grundlage klinischer Entscheidungsprozesse“, betonte Michael Binder, Medizinischer Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes. Ohne moderne Labormedizin sei präzise Medizin „undenkbar“. Besonders im stationären Bereich stütze sich nahezu jede relevante Entscheidung auf entsprechende Ergebnisse.
Der Bau selbst wurde laut Projektverantwortlichen in Rekordzeit umgesetzt. Spatenstich war 2024, die Übergabe erfolgte fristgerecht. 500 Planungssitzungen und rund 350 Beteiligte waren eingebunden.
Wir behandeln gerne Patienten aus anderen Ländern, aber das kostet Ressourcen. Wie kommt man in Niederösterreich auf die Idee, dass man mir Befehle geben könne?

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ)
Bild: Mario Urbantschitsch
„Jeden Tag gibt es eine überraschende Pirouette in Niederösterreich“
Doch der Termin war mehr als eine Bau-Feier. Auch im Streit mit Niederösterreich bezüglich der Gastpatienten legte Hacker nach. Denn vom Nachbarn hieß es: „Während Niederösterreich den Gesundheitsplan 2040+ entwickelt, um die Gesundheitslandschaft langfristig abzusichern, bleibt Wien hier säumig.“ Hacker auf die Frage, ob man sich in Wien nun mehr von Niederösterreich abschauen wolle: „Jeden Tag gibt es eine überraschende Pirouette in Niederösterreich.“
Zahl der Gastpatienten weiter hoch
Tatsache sei: Wien versorge weit mehr als zwei Millionen Menschen – darunter bis zu 40 bis 50 Prozent Patienten aus dem Umland im niedergelassenen Bereich sowie 23 Prozent aller Operationen von Niederösterreichern.
„Wie kommt man auf die Idee, dass man mir Befehle geben könne“
Man behandle gerne Patienten aus anderen Ländern, aber das koste Ressourcen. „Die Laborstraße hier ist ausgelegt auf ein bisschen mehr als zwei Millionen Einwohner – nicht auf vier Millionen.“ Niederösterreich wolle zwar verhandeln, aber müsse auch endlich Vorschläge auf den Tisch legen. „Und wie kommt man in Niederösterreich auf die Idee, dass man mir Befehle geben könne.“
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