Bis 20 Millionen Euro

Durch Veggie-Burger-Verbot droht hoher Schaden

Tierecke
28.02.2026 05:20

Alarm in der Lebensmittelbranche! Ein geplantes EU-Verbot von Bezeichnungen wie „Veggie-Burger“ oder „Tofu Würstel“ könnte für heimische Betriebe teuer werden. Die Diskussion darüber geht nächste Woche in Brüssel in eine neue Verhandlungsrunde. 

Wer hätte gedacht, dass ein Burger zum Zankapfel werden kann? Die EU denkt bekannterweise schon seit längerer Zeit darüber nach, dass Bezeichnungen wie „Burger“ oder „Würstel“ der Fleischindustrie vorbehalten bleiben sollen. „Veggie-Burger“- und „Seitan-Schnitzl“-Produzenten müssen eben etwas Neues auf den Teller bringen.

Was dabei unter den Tisch gekehrt wird: Heimische Betriebe könnten rund 20 Millionen Euro verlieren! Der Grund? Umbenennen, Verpackungen neu designen und produzieren, Marketing umkrempeln. Ein großes Investment für Produzenten, aber mit null Mehrwert für den abtrünnigen Fleisch-Konsumenten vor dem Supermarktregal oder im Gasthaus. 

„Das ist wirtschaftlich völlig unsinnig und politisch rückwärtsgewandt“, zeigt Verena Wiederkehr, Vorständin des „Vereins für Proteinvielfalt“, auf. „Hier geht es nicht um Sicherheit oder Transparenz, sondern um bürokratischen Unsinn, der Traditionsbetriebe und junge Innovationen gleichermaßen belastet.“

Politik ist am Zug
Der Verein appelliert in einer Aussendung daher dringend an die Bundesregierung, Österreichs EU-Abgeordnete und insbesondere an Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer und Landwirtschaftsminister Totschnig. Diese sollen sich klar gegen diesen Vorschlag aussprechen – noch vor dem nächsten Treffen von Kommission, Rat und Parlament am 5. März in Brüssel. 

Stimmen aus der Wirtschaft
Von dem drohenden Verbot betroffen wären auch Traditionsbetriebe wie der Fleisch- und Wursterzeuger Berger, der sich ein zweites – veganes – Standbein aufgebaut hat: „Unsere pflanzlichen Alternativen haben denselben Verwendungszweck wie ihre tierischen Pendants, darum benennen wir sie auch so.“ Wir haben noch nie Beschwerden über Verwechslungen erhalten“, erklärt Produzent Martin Berger. 

Zitat Icon

Unsere pflanzlichen Alternativen haben denselben Verwendungszweck wie ihre tierischen Pendants, darum benennen wir sie auch so.

Martin Berger, Fleisch- und Veggieproduzent

Auch rein pflanzlich produzierende Unternehmen wie VeggieMeat mit Sitz in Niederösterreich, deren Produkte flächendeckend in ganz Österreich im Lebensmitteleinzelhandel sowie in der Gastronomie erhältlich sind, wären massiv betroffen.

„Ein Verbot gängiger Bezeichnungen wie ,Schnitzel‘, ,Burger‘ oder ,Wurst‘ für unsere pflanzlichen Produkte hätte massive wirtschaftliche und operative Folgen, ohne Nutzen für die Konsumenten. Wir müssten Dutzende Verpackungen neu gestalten, Produktionsprozesse anpassen und bereits produziertes Material entsorgen – ökologisch und finanziell absurd“, ist VeggieMeat-Chef Johannes Tanzer besorgt.

Fragezeichen in der Fleischabteilung? Die Verfechter führen die Verwechslungsgefahr im ...
Fragezeichen in der Fleischabteilung? Die Verfechter führen die Verwechslungsgefahr im Supermarkt an, doch diese dürfte eher selten sein.(Bild: VeggieMeat GmbH)
VeggieMeat Chef Johannes Tanzer ist besogt.
VeggieMeat Chef Johannes Tanzer ist besogt.(Bild: www.wernerharrer.com)

Endlose Debatte
Am Ende zeigt sich ein altbekanntes Bild: Während Brüssel über Begriffe streitet, kämpfen heimische Betriebe ums Überleben, Konsumenten um Orientierung und Nutztiere um ein bisschen mehr Wohlstand in ihrem Stall. Vielleicht wäre es an der Zeit, weniger über Wörter und mehr über Verantwortung, Herkunft der Produkte und Tierhaltung zu diskutieren – dann hätten alle etwas davon.

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