Warnt vor Sabotage

Orbán wettert gegen Ukraine: „Setzen Soldaten ein“

Außenpolitik
26.02.2026 14:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ungarns Premier Viktor Orbán geht auf Konfrontationskurs: Er hat am Mittwoch den Einsatz von Soldaten und verstärkten Polizeikräften zum Schutz der Energieinfrastruktur angeordnet. Grund: angebliche Vorbereitungen der Ukraine, die Ölversorgung seines Landes zu stören.

„Ich sehe, dass die Ukraine weitere Aktionen vorbereitet, um den Betrieb des ungarischen Energiesystems zu stören. Wir setzen Soldaten ein, um Angriffe in der Nähe wichtiger Energieanlagen abzuwehren“, verkündete Orbán auf X (vormals Twitter).

Videos sollen bereits Truppenbewegungen zeigen
Er kündigte auch ein Drohnenverbot nahe der ukrainischen Grenze an – und die sofortige Verlegung von Soldaten zu Kraftwerken, Umspannwerken und Kontrollzentren. Videos in sozialen Netzwerken zeigen Militärtransporte auf ungarischen Autobahnen nahe der Grenze – offenbar Truppenbewegungen für den angeblichen Schutz der Energieversorgung.

Orbán: „Sperre hat politische, nicht technische Grüne“
Orbán griff in seiner Videobotschaft scharf die Ukraine an: „Seit dem 27. Jänner fließt kein Öl mehr durch die Freundschafts-Pipeline. Die Daten zeigen eindeutig: Diese beispiellose Sperre hat politische, nicht technische Gründe. Die ukrainische Regierung übt Druck auf Ungarn und die Slowakei aus. Ich habe daher den Schutz kritischer Energie-Infrastruktur verstärkt. Das bedeutet: Soldaten und Ausrüstung werden an wichtigen Anlagen stationiert.“

Vor den anstehenden Wahlen in Ungarn lässt Orbán den Ölstreit eskalieren – und droht Kiew.
Vor den anstehenden Wahlen in Ungarn lässt Orbán den Ölstreit eskalieren – und droht Kiew.(Bild: AFP/NICOLAS TUCAT)

Der Premier betonte, Ungarn könne sich nicht erpressen lassen: „Wir, das ungarische Volk, sind nicht verantwortlich für die Lage in der Ukraine. Wir wollen weder am Krieg teilnehmen noch höhere Energiepreise zahlen.“

Ukraine widerspricht: Russische Angriffe schuld
Die Ukraine weist die Vorwürfe zurück. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte: „Russische Angriffe haben die Pipeline zerstört, die Odessa mit der Druschba-Pipeline verbindet. Das ist nicht der erste Angriff auf unsere Energieinfrastruktur.“

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen forderte Kiew auf, Reparaturen zu beschleunigen – warnte jedoch vor Gefahren für die Arbeiter.

Versorgung gesichert – Alternativen stehen bereit
Trotz der Unterbrechung sieht die EU-Kommission die Ölversorgung Ungarns und der Slowakei nicht in Gefahr. Beide Länder verfügen über ausreichende Reserven, alternative Lieferwege über die Adria-Pipeline sind vorhanden. Kroatien prüft zudem eine Versorgung über den Seeweg, ohne EU- und US-Sanktionen zu verletzen.

Politisches Kalkül vor Wahlen
Orbán nutzt die Pipeline-Krise auch politisch: Er blockiert ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU für die Ukraine und ein neues Sanktionspaket gegen Russland – nur wenige Monate vor den Parlamentswahlen im April 2026. Kritiker sehen darin eine eskalierende Anti-Ukraine-Kampagne.

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