Betriebe wehren sich

Abfalltransport auf Schiene sorgt für Wirbel

Niederösterreich
28.02.2026 09:00

Wer Sekundärrohstoffe vertreibt, ist per Gesetz verpflichtet, umweltfreundlich zu transportieren – also in Österreich meistens auf Schiene. Betriebe sprechen aber von einer hohen Ablehnungsquote seitens ÖBB Rail Cargo.

Österreichs Abfallwirtschaft hat die Nase voll vom „Bahnzwang“. Ein Gesetz, das eigentlich für den Umweltschutz reformiert wurde, entpuppt sich für viele als „bürokratischer Irrsinn“- so die klagenden Stimmen aus heimischen Betrieben. Mit Jahresbeginn ist das Gesetz für den Transport von Recycling-Material verschärft worden. Schon ab einer Strecke von 100 Kilometern und einer Menge von zehn Tonnen müssen Betriebe den Weg mit der Bahn wählen.

Das kommt bei Transporten innerhalb Österreichs schnell vor. „Nach 100 Kilometern ist man von St. Pölten aus noch nicht mal in Oberösterreich“, sagt Florian Fuchsluger, Sprecher der Betriebe im Sekundärrohstoffhandel, der sich auch gegen das neue Gesetz wehrt. Die negativen Folgen für zahlreiche Betriebe seien katastrophal: „Wenn die Unternehmen die Verantwortung haben, auf Schienen zu transportieren, aber nur drei Prozent der Transporte genehmigt werden, dann kann das nicht funktionieren“, betont er.

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Logistik muss rund laufen! 

Florian Fuchsluger, Vorsitzender der Berufsgruppe Sekundär-Rohstoffhandel und Recycling

Fast immer eine Absage
Ein Bild aus der Praxis: Ob Holzspäne, Kupfer, Metalle – all das sind Rohstoffe, die wiederverwendet werden können. Ein Transport dafür muss eigens auf einer Bahn-Plattform genehmigt werden. „Meistens wartet man aber 48 Stunden auf eine Rückmeldung, die oft mit Nein beantwortet wird“, sagt er. Nie wird ein Grund genannt und die Kunden ärgern sich über die Verzögerungen. Auch Thomas Kasper, Obmann bei der Wirtschaftskammer, bestätigt: „Wir sehen in der Praxis fast immer eine Absage. Das verursacht Kosten“.

Rail Cargo sieht Missverständnis
ÖBB Rail Cargo ist verantwortlich für den Transport per Bahn und sieht ein Missverständnis des Gesetzes: „Statt der Schiene kann auch ein Verkehrsmittel mit gleich geringem Schadstoffausstoß gewählt werden“. Für große Mengen funktioniert aber meist nur der Zug oder der Lkw.

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