„Krone“-Kommentar

Hongkong mahnt das freie Taiwan

Kolumnen
13.02.2026 05:00

Sollte es auf Taiwan noch irgendjemanden geben, der eine Wiedervereinigung mit Festland-China für gar nicht so schlecht hält, dann war der jüngste Prozess in Hongkong ein drastischer Augenöffner: Der 78-jährige hartnäckigste Demokratiekämpfer der Stadt, Jimmy Lai, wurde zur Rekordstrafe von 20 Jahren Haft verurteilt. Seine exemplarische Bestrafung zeigt, was von Autonomieversprechen Pekings („Ein Land, zwei Systeme“) zu halten ist.

Hongkong waren 1997 im Übergabevertrag mit Großbritannien 50 Jahre Vollautonomie zugesagt worden. Es dauerte nicht lange, dann senkte sich Pekings langer Schatten über die sogenannte Sonderzone. Dagegen erhob sich eine Protestbewegung, die in Chaos ausartete. Das nutzte Peking, die Freiheitsrechte praktisch abzuschaffen.

Autonomie gibt es in Hongkong jetzt nur noch für ein wirklich verlässliches kapitalistisches Wirtschaftssystem, weil es Chinas kommunistischer Führung nützt. Hongkongs strenge Börse ist der Gradmesser für Chinas Wirtschaft und Finanzen.

Für Taiwan bedeutet das Autonomie-Drama Hongkongs, dass eine Lösung ohne Gewalt („friedliche Wiedervereinigung“) praktisch unmöglich geworden ist. Die Menschen in Taiwan wollen auf ihre demokratischen Freiheiten nicht verzichten. Der trotzige Wettbewerb mit Peking hat auf Taiwan eine blühende Wirtschaft mit Wohlstand geschaffen – und das ohne staatliche Anerkennung durch die Welt.

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