Weniges steht so für Österreich wie der Walzer. Man tanzt im Kreis und glaubt voranzukommen. Und wer sich lange genug gedreht hat, hält den leichten Schwindel für Fortschritt.
Seit Jahrzehnten gilt der Opernball als verlässlicher Hinweis, dass in der Republik trotz aller Schwierigkeiten alles so ist wie immer.
Österreich hat Probleme wie andere Länder Europas auch. Doch nur wir haben einen Opernball. Der ist ein Staatsakt. An der Spitze mit dem Bundespräsidenten, der in seiner rot-goldenen Loge von Jahr zu Jahr mehr an einen gütigen Monarchen erinnert, den nichts mehr erschüttern kann.
In dieser plüschigen Harmonie finden sogar Leute zusammen, die so gar nicht zusammenpassen. Etwa der zu Geld gekommene, ins rechte Lager neigende Ex-Kanzler Kurz in einer seiner Privatlogen und nur ein paar Schritte weiter der gerade unversehrt einem Machtkampf entkommene, stramm links ausgerichtete SPÖ-Chef Babler in einer der Republikslogen.
Der Opernball ist ein sehr österreichisches Arrangement, in dem zwischen Champagner und Ballett das Kapital und dessen Kritiker zusammenfinden.
Also alles gut. Allein der Richard Lugner geht ab. Nur ein Original wie der Wiener Baumeister konnte die Klassengrenzen wirklich überwinden und das feine Fest in ein Event für jedermann machen. Die Oper müsste Lugner ewig dankbar sein und Arbeiterführer Babler sollte in seiner Rolle als Kunstminister eine Komposition für eine Lugner-Polka in Auftrag geben.
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