Eine gut situierte Wienerin verliert im Kampf um den Vorrang bei einer Straßenenge im Nobelbezirk Döbling die Nerven. Resultat: Eine Autolenkerin und deren 75-jährige Mutter wurden verletzt. Und auch sie selbst blieb nicht verschont.
In nobler Gegend in Wien-Döbling fahren zwei Autos gleichzeitig in eine Straßenenge ein und blockieren sich gegenseitig. Es wäre für die späteren Opfer einfach gewesen, ein bis zwei Meter zurückzuschieben und die Kolonne, die sich gegenüber gebildet hat, vorbeizulassen. Doch die Lenkerin, die mit ihrer Mutter unterwegs war, denkt nicht daran: „Ich habe Vorrang!“, ruft sie. Ihr gegenüber steht die Mercedes G-Klasse, mit der die betuchte Angeklagte am 17. Oktober am Weg in die Arbeit war. Die Dashcam der Luxuskarosse filmt die Szenen mit.
Mutter eilte Tochter zu Hilfe
„Ich war an dem Tag nervös“, gibt die Unternehmer-Gattin zu. „Fahr jetzt bitte, mach keinen Terror. Mein Gott, na!“, rief sie dem Duo im Kleinwagen gegenüber zu. Es folgt ein Hupkonzert. Plötzlich platzt der Mercedes-Lenkerin der Kragen. Sie springt aus dem Wagen, läuft zu der anderen Lenkerin, beugt sich durch das offene Fenster in deren Wagen und schlägt mit ihrem Handy auf deren Schulter ein. Das wiederum ruft die Mutter, eine rüstige 75-Jährige, auf den Plan. Sie steigt aus und eilt mit den Worten „Du schlägst meine Tochter nicht!“ zu Hilfe.
Ich habe beantragt, dass ein weiterer Tatzeuge, der im Video zu sehen ist, ausgeforscht wird.

Anwalt Rainer Rienmüller
Bild: Kristian Bissuti
Hämatome und abstehender Finger
Die ältere Dame versucht, die Frau im roten Designerkostüm von ihrer Tochter wegzuziehen, die jetzt auch aus dem Wagen steigt. Zusammen wollten sie die „Angreiferin“ bändigen: „Eine zog mich an den Haaren. Da bin ich in Panik geraten, wollte mich einfach nur befreien. Ich wollte niemanden verletzen“, behauptet wiederum diese. Doch neben Hämatomen stand bei der Pensionistin nach dem Gerangel ein Finger weg.
„Wissen Sie, wie alt die Frau ist? 75 Jahre. Sie kann ihren Finger bis heute nicht bewegen“, sagt die Opfervertreterin zu der Mandantin von Anwalt Rainer Rienmüller und fordert im Landl 15.000 Euro von der Mercedes-Lenkerin, die sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten muss.
Deren Versprechen an Richter Philipp Krasa: „Sollte ich nochmals in so eine Situation kommen, werde ich sitzen bleiben. Ich habe den großen Fehler gemacht, dass ich ausgestiegen bin.“
Vertagt, um einen weiteren Zeugen, der im Video zu sehen ist, zu befragen.
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