Lange Umwege notwendig

Kreuzungsumbau lässt Grazer Unternehmer schäumen

Steiermark
13.02.2026 18:25
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Ein geplanter Kreuzungsumbau lässt in Graz viele Unternehmer schäumen. Sie befürchten große Nachteile und kilometerlange Umwege. Noch sei es für Nachbesserungen nicht zu spät, so der Appell ans Rathaus.

Nach mehr als zwei Jahren neigt sich die Großbaustelle in der Grazer Peter-Tunner-Gasse dem Ende zu. Die ÖBB bauen hier seit Jänner 2024 eine neue Eisenbahnbrücke. Um den laufenden Bahnbetrieb aufrechtzuerhalten, ging es nicht schneller voran.

Im Zuge dessen wird von der Stadt Graz auch der Kreuzungsbereich der Peter-Tunner-Gasse mit der Lastenstraße erneuert – und das treibt jetzt circa 20 in der Nähe ansässige Unternehmer auf die Barrikaden. Der Grund: Während die Kreuzung derzeit in alle Richtungen befahrbar ist, sollen künftig – zum Schutz von Radfahrern auf den Radwegen – Zu- und Abfahrten entfallen.

„Ein massiver Eingriff in eine zentrale Verkehrsader“
Wer von Westen kommt, darf künftig nicht mehr links in die nördliche Lastenstraße einbiegen. Wer aus der südlichen Lastenstraße wegfährt, darf das nur noch in Richtung Osten (Bahnhofgürtel). Und eine direkte Verbindung vom nördlichen in den südlichen Abschnitt der Lastenstraße wird durch eine bauliche Mittelinsel verhindert. Sattelschlepper und Schwerfahrzeuge seien in den Planungen gar nicht berücksichtigt worden.

Die Folgen seien laut den Betroffenen teils kilometerlange Umwege. „Diese Planung ist kein kleiner Umbau, sondern ein massiver Eingriff in eine zentrale Verkehrsader im Grazer Westen und eine strukturelle Schwächung eines gewachsenen Gewerbestandorts“, stellt sich ÖVP-Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner bei einem Termin am Freitag auf die Seite der Unternehmer. Auch Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk war anwesend: „Die Steiermark lebt von leistungsfähigen Betrieben – diese brauchen funktionierende Verkehrsverbindungen und keine zusätzlichen Hürden.“

Noch sind die Umbauarbeiten nicht finalisiert.
Noch sind die Umbauarbeiten nicht finalisiert.(Bild: Foto Fischer)

„Zusätzliche Fahrzeiten, mehr Kosten, weniger Effizienz“
Heftige Kritik kommt von einigen Unternehmern, etwa von Siegfried Querch, Geschäftsführer der Gebäudereinigungsfirma Major Domus. Sein 30-köpfiges Team rückt an Werktagen mehrmals täglich mit den zwölf Firmenautos aus: „Umwege dieser Art in Kauf zu nehmen, bedeutet zusätzliche Fahrzeiten, mehr Kosten und weniger Effizienz.“

Ähnlich sind die Befürchtungen von Wolfgang Nusshold, Geschäftsführer des Caterers Festessen, der sich bewusst in der Nähe der Helmut-List-Halle angesiedelt hat. Dieser strategische Vorteil könnte nun wegen der Umwege wegfallen. Kritik kommt unter anderem auch von Michael Brandl, Geschäftsführer des Logistikers Cargoways, und von Rohrmax-Chef Fabian Zeidler.

„Noch ist Zeit, nachzubessern“
„Noch ist Zeit, nachzubessern – bevor hier dauerhaft Fakten geschaffen werden, die danach kostenintensiv adaptiert und angepasst werden müssen“, appelliert Josef Gasser, Sprecher des Business Park Nord. Die zuständige grüne Vizebürgermeisterin Judith Schwentner kündigt an, die Rückmeldungen aus der Wirtschaft ernst zu nehmen. Anwesend war beim Termin am Freitag kein Vertreter der Stadtkoalition.

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