„Guten Tag! Wir sind vom russischen Sender Rossija 1 und würden Sie gerne interviewen. Thema: Probleme mit muslimischen Schülern an Wiener Schulen.“
Bei solch einem Anruf oder Mail hätte ich mir gedacht: Was für ein dummer Scherz!“. Oder ich hätte mich - neugierig, wie ich bin - informiert und herausgefunden, dass es sich um einen Staatssender handelt. Ein solcher verbreitet meist Propaganda.
Aus diesem Grund darf Rossija1 in Österreich auch nicht mehr empfangen werden. Meine Frage wäre gewesen: „Bekommen Sie derzeit überhaupt ein Visum für Österreich? Da ich die Sendung hier nicht sehen kann, gebe ich kein Interview.“
Das Reporterteam bekam jedenfalls Visum, und zwar gleich für zwei Aufenthalte. Der Schulleiter Christian Klar gab ein Interview und ließ das Team an seiner Schule filmen. Die Bildungsdirektion wurde offenbar nicht informiert. Dafür hat er sich nun entschuldigt.
Nicht überrascht war ich, dass der russische Sender ihn falsch zitierte, Schüler gefilmt und auch gezeigt wurden. Außerdem wurde eine Lehrerin erwähnt, die überhaupt nicht an Christian Klars Schule unterrichtet.
Spricht man öffentlich über Probleme an Brennpunktschulen, begibt man sich auf dünnes Eis. Die Gefahr auszurutschen ist hoch. Mit manch medialer Darstellung ist man nicht zufrieden. Dennoch ist es wichtig, auf Missstände und gefährliche Entwicklungen hinzuweisen. Das werde auch ich weiterhin tun.
Beim russischen Staatsfernsehen muss es aber wirklich nicht sein.
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