Ein Geschworenengericht in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona hat den Fahrdienstleister Uber am Donnerstag wegen des sexuellen Übergriffs durch einen Fahrer zu einer Zahlung von 8,5 Millionen Dollar (rund 7,2 Millionen Euro) verurteilt. Bei dem Fall handelte es sich um das erste von mehr als 3000 ähnlichen Verfahren gegen Uber, die vor einem US-Bundesgericht zusammengefasst wurden.
Solche Pilotverfahren, im US-Recht „bellwether“ genannt, dienen dazu, rechtliche Argumentationen zu testen und den Wert von Forderungen für mögliche Vergleiche zu bewerten. Die Geschworenen befanden, der Fahrer sei ein Vertreter von Uber gewesen, weshalb das Unternehmen für seine Handlungen verantwortlich sei.
Sie sprachen der Klägerin 8,5 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu, lehnten jedoch die Forderung nach Strafschadensersatz ab. Eine Anwältin der Klägerin, Sarah London, sagte nach der Urteilsverkündung, Uber stelle den Profit über die Sicherheit der Fahrgäste.
Angestellt oder nicht?
Der Fahrdienstleister argumentiert seit Langem, dass er nicht für das kriminelle Verhalten von Fahrern haftbar gemacht werden könne. Die Fahrer seien unabhängige Auftragnehmer und keine Angestellten. Ein Sprecher von Uber teilte mit, das Unternehmen werde Berufung einlegen.
Der Fahrdienstleister sieht sich zudem mit mehr als 500 Klagen vor einem kalifornischen Gericht konfrontiert. Die Uber-Aktie gab im nachbörslichen Handel nach Bekanntgabe des Urteils um 0,5 Prozent nach. Auch der Uber-Konkurrent Lyft ist mit ähnlichen Klagen konfrontiert. Seine Aktie gab nach dem Urteil um ein Prozent nach.
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