Üble Schimpftirade

Trump fordert von Harvard Milliardenzahlung

Ausland
03.02.2026 09:31

Die US-Regierung hat die Elite-Uni Harvard zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von einer Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) aufgefordert. Präsident Donald Trump spricht von „abscheulichen Gesetzwidrigkeiten“ und will künftig „nichts mehr mit der Universität zu tun haben“.

Kurz vor 6 Uhr früh (MEZ) am 3. Feber feuerte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social eine Tirade gegen die widerspenstige Bildungseinrichtung im Großraum Boston (Massachusetts) sowie seinen langjährigen Feind, die „New York Times“.

„Die stark antisemitische Harvard University hat der versagenden New York Times eine Menge ‘Unsinn‘ geliefert. Harvard verhält sich schon seit langer Zeit miserabel!“, so Trump. Harvard habe „schwere und abscheuliche Gesetzwidrigkeiten begangen“, wettert der US-Präsident (siehe Posting unten).

(Bild: truthsocial.com/@realDonaldTrump)

„Das hätte ein Strafverfahren sein müssen, kein Zivilverfahren“, befindet er. „Harvard wird mit den Konsequenzen seiner Verfehlungen leben müssen. In jedem Fall wird dieser Fall weitergehen, bis Gerechtigkeit hergestellt ist. Alan Garber, der Präsident von Harvard, hat einen schrecklichen Job gemacht, indem er eine ungenügende Situation für seine Institution und – noch wichtiger – für Amerika selbst gemanagt hat. Er wurde eingestellt, NACHDEM die antisemitischen Vorwürfe erhoben wurden – ich frage mich, warum??? Wir fordern nun eine Milliarde Dollar Schadenersatz und wollen in Zukunft nichts mehr mit der Harvard University zu tun haben (...) Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit!“

US-Donald Trump will mit der Havard Universität „nichts mehr zu tun haben“.
US-Donald Trump will mit der Havard Universität „nichts mehr zu tun haben“.(Bild: AP/Mark Schiefelbein)

Artikel sind „Betrügereien“
Nur eine Stunde später schob er einen weiteren Beitrag nach, in dem er über die von ihm ungeliebte New York Times wettert, die nur Falschmeldungen verbreite: „Der Artikel der versagenden New York Times über die Harvard University war komplett falsch. Ich fordere hiermit, dass die Idioten, die diese Lüge verbreitet haben, ihre Story sofort ändern (...) Außerdem ist es genauso wie bei den (von der Times) falsch dargestellten Wahlergebnissen, bei denen sie ALLES FALSCH hatten – meine Umfragewerte sind großartig! Die Berichterstattung der New York Times über mich ist absichtlich so falsch. Ihr werdet bald sehen, wie ich sie wegen all dieser Betrügereien verklage! FAKE NEWS!“

(Bild: ruthsocial.com/@realDonaldTrumpharvard)

Schimpferei nach Bericht über Vergleich
Der Hintergrund: Kurz vor Trumps Bekanntgabe hatte die „New York Times“ berichtet, die US-Regierung habe in den laufenden Vergleichsverhandlungen mit der Hochschule ihre Forderung nach einer Zahlung von 200 Millionen Dollar fallen gelassen.

Im September vergangenen Jahres hatte Trump erklärt, die Regierung stehe kurz davor, einen Vergleich über 500 Millionen Dollar mit Harvard zu erzielen. Teil dieser Vereinbarung wäre die Eröffnung von Berufsschulen gewesen.

Harvard vs. Trump

Harvard hatte die Regierung im April verklagt, um eingefrorene Bundeszuschüsse in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) zu erhalten. Trump begründet die Kürzungen mit pro-palästinensischen Demonstrationen auf dem Campus seit Beginn des Gaza-Krieges am 7. Oktober 2023. Harvard hatte sich überdies geweigert, Regierungsforderungen wie der Streichung von Diversitätsprogrammen und der Durchleuchtung seiner Studenten nachzukommen.

„Summe müsste höher ausfallen“
Trump griff diesen Vorschlag nun wieder auf, betonte jedoch, Konzepte seien „völlig unzureichend“ gewesen. Es sei lediglich ein Weg für Harvard gewesen, sich aus der Zahlung von 500 Millionen Dollar „herauszuwinden“. Diese Summe müsse „angesichts der schwerwiegenden und abscheulichen Rechtsverstöße, die sie begangen haben, eigentlich viel höher ausfallen“, betonte er. Gegen welche Gesetze Harvard angeblich verstoßen hat, fügte der US-Präsident hinzu.

Kampf gegen „linke“ Universitäten
Trump geht seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr gegen eine Reihe von Universitäten vor, die nach seiner Ansicht eine linksgerichtete Politik verfolgen. Dabei setzt er die Beschränkung von Bundesmitteln als Instrument ein. Mehrere Hochschulen wehren sich dagegen mit juristischen Mitteln. Einige Universitäten, darunter die Columbia University, beugten sich jedoch dem Druck der US-Regierung.

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