Sprung im Stahl

Nagelneue Straßenbahngleise zerbröseln jetzt schon

Wien
02.02.2026 06:00

Kaum vier Monate in Betrieb und schon bremst ein Gleisschaden die neue Bim-Linie 27 aus. Bei der Schukowitzgasse gilt Tempo runter. Die „Krone“ hat sich vor Ort umgesehen und tatsächlich einen Spalt im Gleiskörper gefunden. Was sagen die Wiener Linien dazu? 

Die Linie 27 ist noch keine vier Monate alt – und sorgt bereits für Ärger. Auf der neuen Strecke bei der Station Schukowitzgasse müssen die Straßenbahnen langsamer fahren. Der Grund: ein Schaden an den Gleisen. Was genau dahintersteckt, darüber wird im Internet heftig spekuliert. Von „Schienenbruch“ ist die Rede, von Pfusch am Bau und von mangelhafter Qualität.

„Krone“ hört sich vor Ort um
Die „Krone“ sah sich vor Ort um. Die betroffene Stelle ist deutlich sichtbar, der Betrieb eingeschränkt. Zwei Bimfahrer, unabhängig voneinander befragt, äußern Zweifel an der Ausführung der Bauarbeiten. Von möglichen Problemen beim Verlegen der Gleise ist die Rede. Ihre Namen wollen sie nicht genannt wissen.

Ein nur rund vier Monate alte Gleis sollte wohl nicht so aussehen.
Ein nur rund vier Monate alte Gleis sollte wohl nicht so aussehen.(Bild: Heinz Stephan Tesarek)

Wiener Linien bestätigen Bruch
Fest steht: Die Langsamfahrstelle existiert – und sie ist offiziell bestätigt. Auf Anfrage der „Krone“ nehmen die Wiener Linien Stellung. In der schriftlichen Antwort heißt es wörtlich: „Die Langsamfahrstelle ist uns bekannt, es handelt sich dabei um einen witterungsbedingten Gleisschaden an einer Schweißnaht, der so bald wie möglich behoben wird.“

Weiter führen die Wiener Linien aus, dass Schienenbrüche bei Kälte oder starken Temperaturschwankungen häufiger auftreten. Stahl ziehe sich bei niedrigen Temperaturen zusammen, besonders an Schweißnähten oder bei Abnutzungen könne es dann zu Brüchen kommen. Deshalb seien die Mitarbeiter im Winter vermehrt im Einsatz, um solche Schäden rasch zu beheben. Auf „Krone“-Fragen zu Problemen beim Bau oder Schlamperei gehen die Wiener Linien nicht ein – das wird aber dezidiert auch nicht ausgeschlossen.

Bereits Hinweise auf weitere Stellen
Im Internet wird heftig diskutiert, ob es sich nicht bloß um eine Dehnungsfuge handelt – also um ein technisch vorgesehenes Element. Auch dazu äußern sich die Wiener Linien indirekt: Es handelt sich um einen Schaden, nicht um eine geplante Fuge. Weitere Langsamfahrstellen auf der Neubaustrecke der Linie 27 gebe es aber nicht. Im Internet wird jedoch bereits von weiteren Stellen gesprochen. 

Höherer Preis für weniger Qualität
Brisant ist die Debatte allemal. Denn mit Jahresbeginn wurde der Preis für die Jahreskarte erhöht, während nun ausgerechnet eine neue Strecke Schwächen zeigt. Kritiker sehen darin ein fatales Signal für die Qualität der Öffi-Infrastruktur. Von einer raschen Reparatur ist die Rede – konkrete Termine nennen die Wiener Linien jedoch nicht.

Keine Auswirkungen auf den Fahrplan
Immerhin versuchen sie zu beruhigen: Die temporäre Geschwindigkeitsbeschränkung bei der Schukowitzgasse habe „keine Auswirkungen auf die Intervallstabilität der Linie 27“. Ob es sich um einen Einzelfall handelt oder um ein frühes Warnsignal, wird sich zeigen. Klar ist nur: Die Linie 27 ist kaum gestartet - und schon wird sie ausgebremst.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt