Missbrauchsvorwürfe
Erstes Foto: Hier erscheint Stronach vor Gericht
In Toronto muss sich Magna-Gründer Frank Stronach derzeit erstmals wegen schwerer Missbrauchsvorwürfe vor Gericht verantworten. Der 93-Jährige weist alle Anschuldigungen zurück – doch die Liste der Vorwürfe reicht Jahrzehnte zurück und beschäftigt nun gleich zwei Gerichte.
Der österreichisch-kanadische Gründer des Autozulieferers Magna, Frank Stronach, stand am Dienstag in Toronto wegen ihm vorgeworfener sexueller Übergriffe vor Gericht. Es handelt sich um den ersten von zwei Prozessen, denen sich der 93-jährige Steirer im Laufe dieses Jahres stellen muss.
Der Prozessbeginn gegen den Austro-Kanadier wurde allerdings kurfristig auf Donnerstag verschoben. Stronachs Verteidigerin bat das kanadische Gericht um Aufschub, um neue Unterlagen zu sichten, wie unter anderem die öffentlich-rechtliche Canadian Broadcasting Corporation (CBC) berichtete. Richterin Anne Molloy habe dem Antrag stattgegeben.
Laut mehreren kanadischen Medien haben insgesamt dreizehn Frauen Vorwürfe gegen Stronach erhoben. Der Milliardär bestreitet die Anschuldigungen und erklärt sich für unschuldig.
Prozess vor Richterin, keine Geschworene
Wie unter anderem die öffentlich-rechtliche Canadian Broadcasting Corporation (CBC) berichtet, wurde das Verfahren aufgeteilt. Der erste Prozessteil beginnt am Dienstag in Toronto, weitere Vorwürfe sollen später im Jahr in Newmarket in der kanadischen Provinz Ontario verhandelt werden.
Anders als zunächst vorgesehen, dürfte der Prozess nicht vor einer Jury, sondern vor einer Richterin stattfinden. Stronachs Anwältin Leora Shemesh erklärte gegenüber CBC, man könne ohne Geschworene „schneller und effizienter“ arbeiten.
Schwere Anschuldigen reichen weit zurück
Gerichtsdokumenten zufolge reichen die Anschuldigungen bis ins Jahr 1977 zurück. Dabei geht es unter anderem um den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung. Weitere Frauen werfen Stronach Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe in den 1980er-, 1990er- und frühen 2000er-Jahren vor.
Die mutmaßlichen Taten sollen sich sowohl in Toronto als auch in Aurora ereignet haben, dem früheren Hauptsitz von Magna International. Zudem sollen laut den Vorwürfen auch im Frühjahr 2023 sexuelle Übergriffe stattgefunden haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Frank Stronach, geboren in der Steiermark, baute in Nordamerika den Magna-Konzern auf, der zu einem der bedeutendsten Autozulieferer weltweit wurde. In Österreich wurde er neben seiner unternehmerischen Tätigkeit auch durch Investitionen im Fußball und Pferdesport sowie als Gründer der zeitweise im Nationalrat vertretenen Partei Team Stronach einer breiten Öffentlichkeit bekannt.









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