Hyrox-Event in Wien:

„Ein Heimsieg wäre natürlich die Kirsche on top“

Sport-Mix
05.02.2026 06:01

Am kommenden Wochenende richtet sich der Blick der HYROX-Szene auf Wien: Die Prater-Messehalle wird zur bebenden Sportarena, und die Vorfreude von Österreichs Top-Athletin Tanja Stroschneider könnte nicht größer sein. „Ein Heimsieg wäre natürlich die Kirsche on top“, so die 35-Jährige gegenüber Sportkrone.at.

Die Basis für ihren Start in Wien legte sie in einem Trainingslager auf Fuerteventura. Dort arbeitete sie gezielt an ihrer Form und sammelte Kraft und Selbstvertrauen für die nächsten Rennen. „Es war deutlich besser, als ich erwartet habe. Ich denke, ich habe sehr gute Fortschritte beim Laufen und bei den Workouts gemacht. Wenn ich das alles gut zusammenfügen kann, wird es sicher ein super Ergebnis in Wien.“

Stroschneider geht am Sonntag um 12:50 Uhr in der Pro-Kategorie an den Start und nimmt sich viel vor. „Ein Heimsieg wäre natürlich die Kirsche on top. Das wäre sehr schön. Generell bin ich positiv gestimmt und traue mir eine sehr gute Zeit zu.“

Was ist HYROX?

Hyrox ist ein Wettkampf, bei dem Laufen und funktionelles Krafttraining kombiniert werden.

Die Laufstrecke beträgt acht Kilometer. Nach je einem Kilometer sind Übungen vorgesehen:
1. Skiergometer
2. Schlittenschieben
3. Schlittenziehen
4. Burpee Broad Jumps
5. Ruderergometer
6. Farmers Carry
7. Ausfallschritte
8. Wall Balls

Was 2017 in Hamburg als kleine Fitness-Idee begann, ist heute ein globales Phänomen. Es wird entweder im Einzel, im Double oder im Mixed-Double gestartet. Je nachdem, in welcher Kategorie, gibt es unterschiedliche Gewichte für die Stationen. Mittlerweile stehen pro Saison über 100 Rennen in über 100 Städten weltweit auf dem Programm, an denen bereits über eine Million Menschen pro Saison teilnehmen. Die Hallen sind voll, die Stimmung ist elektrisierend, die Community ist familiär und der Fitness-Trend wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter wachsen.

Aufregung um Zeitstrafe in Phoenix
Zuletzt stellte sich Stroschneider international der Konkurrenz. In Melbourne belegte sie im Elite-15-Rennen mit einer Zeit von 1:03:58 Minuten den 13. Platz. In Phoenix startete sie in der Pro-Kategorie und wurde mit einer Zeit von 1:02:09 Minuten Fünfte – trotz einer 15-Sekunden-Strafe bei den Burpees, die laut Stroschneider nicht gerechtfertigt war und sie den zweiten Platz kostete.

WM-Ticket „wäre ein Traum“
Fest steht: Die Formkurve zeigt nach oben. Das große Ziel für den weiteren Saisonverlauf ist klar definiert: das WM-Ticket für die Elite 15 in Stockholm (18. bis 21. Juni 2026). „Das wäre ein Traum“, sagt Stroschneider. Zwei Chancen bleiben noch: die EM in London (21.-22.03.), wo sich die Siegerin direkt qualifiziert, sowie das Major-Rennen in Warschau (16.-19.4.), bei dem drei Tickets vergeben werden.

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„Ich kann mir vorstellen, dass Hyrox olympisch wird. Ich denke, dass es weiter wächst und an Bekanntheit gewinnt.“

Tanja Stroschneider sieht noch viel Potenzial

Stroschneider hat mit Hyrox ihre zweite sportliche Heimat gefunden. Als Triathletin verpasste sie die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Paris nur knapp. Nun setzt sie voll auf eine Sportart, die noch viel Wachstumspotenzial hat. „Ich habe da deutlich größere Chancen, international an der Weltspitze dabei zu sein. Im Triathlon werde ich keine Weltmeisterin mehr, im Hyrox halte ich das hingegen für realistisch. Dem ordne ich alles unter.“

Durch das Spitzensportprogramm der Justiz („Athleta“) - ähnlich dem Heeressport – absolviert sie nun eine Ausbildung zur Justizwachbeamtin und kann erstmals in ihrer Karriere Vollzeit trainieren. „Das ist eigentlich ein Wahnsinn, dass ich im letzten Drittel meiner sportlichen Karriere noch einmal die Chance bekomme, dass ich das erste Mal wirklich Vollprofi bin“, sagte sie im Dezember bei Sportkrone.at.

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„Ich glaube, die jetzt getroffenen Entscheidungen werden die wichtigsten sein. Ein paar falsche Entscheidungen, und der Hype ist schnell wieder vorbei.“

Tanja Stroschneider über den Hyrox-Boom

Den Boom von Hyrox sieht sie grundsätzlich positiv, aber auch mit einem kritischen Auge. „Man hat den Eindruck, dass der Sport zu schnell wächst und die Verantwortlichen teilweise gar nicht hinterherkommen.“

Und weiter: „Hyrox möchte sich professionalisieren und wird immer größer. Dann müssen auch die notwendigen Schritte gemacht werden. Beispielsweise keine Volunteers als Schiedsrichter einzusetzen. Man kann sie nicht immer in Schutz nehmen und das Wachstum der Sportart als Ausrede nutzen.“ Denn: „Auch das Training und die Athleten:innen werden immer professioneller.“

Den Hype rund um Hyrox bewertet Stroschneider dennoch klar positiv. „Es hat meiner Meinung nach nur Vorteile, je mehr darüber geredet wird.“ Aber: „Ich glaube, die jetzt getroffenen Entscheidungen werden die wichtigsten sein. Ein paar falsche Entscheidungen, und der Hype ist schnell wieder vorbei.“

Den Dialog mit den Verantwortlichen lobt sie ausdrücklich: „Ich muss sagen, dass Hyrox sehr auf die Community hört und auf die Athlet:innen eingeht.“

Tanja Stroschneider
Tanja Stroschneider(Bild: Tanja Stroschneider)

Auch der olympische Traum ist für sie kein Hirngespinst: „Ich kann mir vorstellen, dass Hyrox olympisch wird. Ich denke, dass es weiter wächst und an Bekanntheit gewinnt.“

Party und Stolz
Was Hyrox für sie besonders macht? „Jedes Event fühlt sich wie eine Party an. Man kann sich voll auspowern. Es ist ein cooler Mix und ein cooles Ziel. Am Ende ist man mega stolz, dass man es geschafft hat.“

Am Sonntag will Stroschneider in Wien genau dieses Gefühl erleben und mit dem Heimpublikum teilen. Die Party kann beginnen ...

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