Das neue Jahr beginnt, wie das alte endete: mit Hiobsbotschaften aus der steirischen Wirtschaft. AVL List kündigte gestern einen Abbau von 350 Arbeitsplätzen in Graz an, und wahrscheinlich ist das Ende der Fahnenstange noch immer nicht erreicht. Wann kommt die Politik in die Gänge?
Auch wenn die Bundesregierung seit Wochen trommelt, es gehe bald bergauf, die Vorzeichen seien gut, schaut die Realität anders aus: Der Jobabbau bei steirischen Leitbetrieben geht munter weiter. Das neue Jahr begann gleich einmal mit zwei Hiobsbotschaften: Am 9. Jänner meldete Wollsdorf Leder, ein jahrelang florierendes Unternehmen im Bezirk Weiz Insolvenz an. Mehr als 300 Jobs in der Region sind weg, der Betrieb wandert ins kostengünstige Ausland ab.
Am 28. Jänner dann der nächste Tiefschlag für den Wirtschaftsstandort Steiermark: AVL List, bis vor Kurzem ein Technologie-Vorreiter mit Arbeitsplatzgarantie, gab den Abbau von weiteren 350 Stellen bekannt. Der Mitarbeiterstand am Hauptsitz Graz fällt damit bis Mitte des Jahres auf unter 3000. Vor der Corona-Pandemie zählte man noch 4300 Angestellte, ein Minus von 30 Prozent. Nackte Zahlen, hinter denen aber Menschen stehen: Familienväter, die vom einen auf den anderen Tag nicht mehr wissen, wie es weitergeht, sie die Rechnungen bezahlen, möglicherweise Kredite bedienen sollen. Eine Katastrophe!
Die Politik muss jetzt endlich ins Tun kommen und kann sich die vielen leeren Worte („Wir bringen Österreich wieder auf Kurs“, „Es ist Licht am Ende des Tunnels“ etc.) sparen. Die Lohnnebenkosten sind in Österreich zu hoch, die Anreize, hier zu bleiben und die Produktion nicht ins Ausland zu verlagern, zu gering. Weiterwurschteln wie bisher führt direkt in die nächste Massenkündigung.
Trotz allem einen schönen Donnerstag!
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