Wir haben alle schon davon gehört und es klingt beinahe wie ein festes Gesetz für unsere Gesundheit: 10.000 Schritte als tägliches Ziel. Doch müssen wir wirklich diese „goldene Regel“ einhalten, um fit zu bleiben, so wie es uns die Schrittzähler nahelegen? Erfahren Sie hier, was es damit auf sich hat.
„Nein, 10.000 Schritte sind kein Muss. Die Zahl stammt ursprünglich aus einer Marketingkampagne und ist kein medizinischer Grenzwert. Studien zeigen, dass bereits deutlich weniger Schritte gesundheitliche Vorteile bringen“, betont Fitness-Experte Philipp Jelinek, der täglich auf Krone.tv die Österreicher zu mehr Bewegung motiviert. „Entscheidend ist nicht eine magische Zahl, sondern die regelmäßige Bewegung im Alltag. Jeder Schritt zählt – auch unter 10.000.“
Kleine Schritte, große Wirkung
Bereits 5000–7000 Schritte pro Tag können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, den Stoffwechsel verbessern, die Muskulatur aktivieren und das allgemeine Wohlbefinden steigern, wie Philipp Jelinek weiter ausführt: „Bewegung wirkt wie ein tägliches Wartungsprogramm für den Körper – unabhängig davon, ob ein Schrittziel erreicht wird oder nicht.“
Sie müssen sich daher nicht dem Diktat des Schrittzählers oder der Smartwatch unterwerfen, um eine bestimmte Schrittzahl zu erreichen. Als Motivator kann dies dem einen oder anderen mitunter helfen, doch es ist viel effektiver, sich auf kontinuierliche, moderate Bewegung im Alltag zu konzentrieren. Gehen ist eine sehr einfache Möglichkeit dazu – unabhängig davon, ob Sie die 10.000er-Marke knacken.
Wichtiger als die Anzahl der Schritte können auch andere Faktoren sein: etwa die Intensität der Bewegung. Philipp Jelinek: „Die Anzahl der Schritte sagt etwas über die Bewegungsmenge aus, die Intensität über den Trainingsreiz. Für die Gesundheit reicht oft ein moderates Tempo – das heißt, man sollte beim Gehen noch sprechen, aber nicht mehr singen können. Wer schneller oder bergauf geht, erhöht zwar den Effekt für seine Fitness, aber auch ruhige Bewegung hat großen Nutzen. Wichtig ist, dass sie regelmäßig erfolgt.“
Ist es effizienter, die Schritte über den Tag zu verteilen, oder sie in einer längeren Einheit zu absolvieren? Dazu der Fitness-Experte: „Beides ist sinnvoll. Verteilt über den Tag helfen Schritte dabei, langes Sitzen zu unterbrechen – das ist besonders wichtig für Stoffwechsel und Rücken. Eine längere Einheit bringt zusätzlich einen Trainingsreiz für Herz und Kreislauf. Ideal ist eine Kombination aus beidem: Bewegung über den Tag verteilt plus – wenn möglich – eine bewusste Geh-Einheit.“
Bewegung muss nicht lange dauern, sie muss nur stattfinden.

Philipp Jelinek, Fitness-Experte und „Vorturner“ auf Krone.tv
Bild: Eva Manhart
Alltagsbewegung wird oft unterschätzt
Obwohl Alltagsbewegung ein wesentlicher Gesundheitsfaktor ist, wird ihre Bedeutung vielfach unterschätzt. Da sie nahezu täglich stattfindet, ist sie für viele Menschen sogar wirksamer als gelegentlicher Sport. Bereits durch kleine Gewohnheiten lassen sich große Effekte für die Gesundheit erzielen. Diese scheinbar kleinen Entscheidungen summieren sich über den Tag und genau hier liegt ihre große Wirkung, wie Philipp Jelinek betont.
„Bewegung muss nicht lange dauern, sie muss nur stattfinden.“ Und er hat auch gleich ein paar Tipps parat:
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