Prozess in der Schweiz
Schüsse auf Jesus-Bild: Politikerin verurteilt
Die Schweizer Politikerin Sanija Ameti ist nach Schüssen auf ein Bild von Jesus und Maria zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die 33-Jährige hatte das Bild bei einer privaten Schussübung mit einer Druckluftpistole als Zielscheibe benutzt und Fotos davon auf Instagram hochgeladen.
Der Vorfall hatte im September 2024 Empörung ausgelöst. In einer Meinungsumfrage gaben 60 Prozent der Befragten an, fassungslos zu sein. Die Juristin hatte das Posting nach nur wenigen Stunden wieder gelöscht und sich bei Vertreterinnen und Vertretern der Kirche entschuldigt. Ameti verlor sogar ihre Arbeitsstelle und trat aus der Grünliberalen Partei (GLP) aus.
Vor Gericht waren nun mehrere Vertreterinnen und Vertreter aus dem rechten Lager als Nebenkläger anwesend, darunter Nicolas Rimoldi, Präsident des Vereins „Mass-Voll“, den er aus Kritik an den Corona-Maßnahmen gegründet hatte. Er hatte auf der Plattform X bereits die Deportation von Ameti gefordert. Den Klägerinnen und Klägern sei es um Remigration gegangen, kritisierte der Anwalt der Lokalpolitikerin. Damit ist die erzwungene Rückkehr von Migrantinnen und Migranten in ihre Herkunftsländer gemeint.
Trauma als Kind
Der Anwalt hatte einen Freispruch gefordert und angeführt, dass Ameti unter einem Trauma gelitten habe, das sie 30 Jahre lang nicht verarbeitet habe. Die heute 33-Jährige war als kleines Kind mit ihrer Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohen, nachdem ein Bruder erschossen worden war. Ameti äußerte sich selbst nicht vor Gericht. Vor dem Prozess hatte sie gesagt, damals achtlos eine Seite aus einem Katalog gerissen und als Zielscheibe genutzt zu haben.
Sie wurde nun wegen Störung der Glaubensfreiheit zu einer Geldstrafe von umgerechnet 544 Euro verurteilt. Eine Geldstrafe von umgerechnet 3266 Euro wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig.









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