„Krone“-Selbstversuch

Ab hinter die Bar: Ein Abend im Après-Ski-Tempel

Steiermark
28.01.2026 18:21

Für Fans, Promis und Sportler ist sie ein Fixpunkt nach den Weltcuprennen auf der Planai – die Party in der Hohenhaus Tenne Schladming. Während die Gäste feiern, ist für das Barpersonal Hochbetrieb. Doch wie stressig ist die Arbeit hinter der Schank wirklich? „Krone“-Redakteurin Michaela Holzinger hat den Test gewagt.

„Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune“ dröhnt es schon von Weitem aus dem wahrscheinlich beliebtesten Après-Ski-Lokal Schladmings. Die Hohenhaus Tenne ist jedes Jahr auch im Anschluss an die beiden Weltcuprennen auf der Planai das Ziel vieler feierwütiger Fans und Promis – Spitzensportler inklusive.

Bevor es so richtig zur Sache gehen kann, heißt es für viele jedoch draußen in der Schlange anstehen, um sich dann im Inneren durch die Massen in Richtung Bar zu drängen. Etwas weniger Gedränge, dafür aber viel mehr Stress, gibt es beim Personal hinter der Bar. Wochentags kümmern sich insgesamt 28 junge Frauen und Männer um das leibliche Wohl der Gäste, am Wochenende sind bis zu zehn weitere Kellner im Einsatz. Aber wie stressig ist die Arbeit des Barpersonals wirklich? Die „Krone“ hat den Test gewagt.

Farbenprächtige Schankanlage zum Verwirren
Montag, 16.30 Uhr: Zahlreiche Skifahrer haben ihre Bretteln bereits abgeschnallt und sich ins Warme der Tenne zurückgezogen. Hier und dort werden die ersten kalten Getränke genossen, noch ist der Andrang an der Bar aber überschaubar.

Bei Kathi (li.) sitzt jeder Handgriff. Am Montag teilte sie ihr Wissen mit „Krone“-Redakteurin ...
Bei Kathi (li.) sitzt jeder Handgriff. Am Montag teilte sie ihr Wissen mit „Krone“-Redakteurin Michaela Holzinger (re.).(Bild: Sepp Pail)

Genug Zeit also für eine erste Einschulung: „Wir haben bei jeder Bar eine große und eine kleine Schankanlage. Zuerst ist man ein bisschen überfordert, aber man gewöhnt sich schnell ein“, sagt Kathi. Die 23-jährige Kärntnerin arbeitet bereits ihre vierte Wintersaison im Schladminger Kultlokal und kennt jeden Winkel der Tenne – die perfekte Lehrerin also.

Weiße, blaue und rote Tasten sammeln sich am Bedienungsfeld der Zapfanlage. Was im ersten Moment nach einer lustigen Farbenkombination aussieht, entpuppt sich als kompliziertes System: „Getränke, die du mit weißen Tasten auswählst, kommen direkt vom Hahn darunter. Drückst du eine blaue Taste, also zum Beispiel die des Radlers, musst du das Glas, während es befüllt wird, von einem Hahn zu einem anderen umstellen. Die roten Tasten sind noch komplizierter, das erkläre ich dir, wenn wir sie brauchen“, startet Kathi den Crashkurs. 

Jeden Tag gehen in der Tenne Tausende Getränke über die Theke.
Jeden Tag gehen in der Tenne Tausende Getränke über die Theke.(Bild: Sepp Pail)

Schnell eingelernt
Aber nicht jeder kann die Getränkeanlage einfach so bedienen: „Da brauchst du einen Schankschlüssel. Den steckst du in die Anlage, und erst dann kommt das ausgewählte Getränk.“ Dieser Schlüssel öffnet auch die versperrten Kühlladen und speichert automatisch die entnommenen Flaschen und Dosen. Auch die Abrechnung der Bestellungen erfolgt über den Schlüssel.

Nach der etwa zehnminütigen Einschulung beginnt der Ernst: Gemeinsam mit Fachfrau Kathi werden die ersten Kunden bedient. „Drei Bier bitte“, kommt das Kommando von der anderen Seite der Theke. Los geht‘s: Einmal dem Profi über die Schulter schauen und dann selbst ran ans Werk. Barschlüssel in die Anlage, die richtige Taste wählen, und das erste Bier fließt ins Glas. „Super, das schaut ja richtig gut aus“, lobt die Kärntnerin. 

Sobald die erste Unsicherheit bekämpft ist, beginnt der Spaß. Gäste werden begrüßt, Getränke eingeschenkt und kassiert, Gläser weggeräumt. Die Tenne wird langsam aber sicher voller, und die Arbeit nimmt so richtig Fahrt auf. Schon bald wird der Schankschlüssel zu einer kleinen Hürde, denn ohne geht nichts, und der wartenden Meute vor der Bar ist egal, dass ich nur ein „Lehrling“ bin.

Nightrace-Doppelpack als Highlight
Gegen 18 Uhr beenden wir den „Krone“-Selbstversuch. Der Platz vor der Bar ist zu diesem Zeitpunkt voll, das Barpersonal hetzt von einer Bestellung zur nächsten. Bier, Spritzer und Schnaps gehen quasi ununterbrochen über die Theke. Die Teilung eines Schankschlüssels wird immer stressiger. 

Profi und Aushilfskraft hatten sichtlich Spaß.
Profi und Aushilfskraft hatten sichtlich Spaß.(Bild: Sepp Pail)

Apropos Stress: Gibt‘s den für Kathi und ihre Kollegen eigentlich noch? „Mit der Zeit wird man stressresistent. Und die Schankanlage braucht ja so lange, wie sie braucht, da hilft es auch nicht, wenn ich mich stresse“, lacht die sympathische Kärntnerin.

Die Weltcuprennen auf der Planai sind natürlich jedes Jahr ein Highlight, auch für das Personal in der Tenne. Die Arbeit wird dadurch aber nicht anders: „Wenn das Rennen vorbei ist, kommen alle rein, und die Hütte ist voll. Das ist eine richtig geile Party, aber für uns bleibt alles gleich“, erzählt Kathi.

Fazit des „Krone“-Tenne-Tests? Das Barpersonal benötigt eine große Menge Ausdauer und Humor, mit netten Kollegen macht aber selbst die stressigste Après-Ski-Party auch hinter der Bar Spaß. Das Schwierigste für mich war vermutlich das Verständnis der Gäste – die Kombination aus lauter Musik und dem Alkohol geschuldeter undeutlicher Sprache sorgte für so manches Missverständnis. Aber auch daran gewöhnt man sich, weiß die Expertin.

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