Im Zuge der geplanten Wehrdienstreform wird sich auch beim Zivildienst einiges ändern. Dieser wird künftig verstärkt als Beitrag zur zivilen Landesverteidigung gesehen. So wird das Freiwillige Soziale Jahr nicht mehr als Ersatz für den Zivildienst angerechnet. Das hat die Wehrdienstkommission empfohlen, die Politik nimmt den Vorschlag auf.
Das kündigte die zuständige Ministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm) in der „Pressestunde“ am Sonntag an. Bis jetzt war es so, dass man sich als junger Mann für den Zivildienst melden, dann ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr zum Beispiel im Ausland machen und es anschließend als Zivildienst anrechnen lassen konnte. Die Teilnahme hat sich seit 2015 verfünfzehnfacht! Waren es vor rund zehn Jahren 42 junge Männer, gab es im vergangenen Jahr 654 Anrechnungen.
Systeme nicht Vermischen
„Ich finde es großartig, wenn sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Wir dürfen nur Systeme wie den Wehr- und Zivildienst auf der einen Seite und ehrenamtliche Tätigkeiten auf der anderen Seite nicht vermischen“, so Bauer. Sie spricht sich daher dafür aus, dass das Freiwillige Soziale Jahr nicht länger als Zivildienst anerkannt wird.
„Kinder- und Jugendbetreuung in Indien, Wiederbewaldung in Costa Rica und freiwillige Tätigkeit in internationalen Umwelt-NGOs gehen sich aus meiner Sicht nicht aus. Zivildienst bedeutet für mich ein Beitrag zur zivilen Landesverteidigung im Inland. Die genannte Art von Freiwilligem Sozialem Jahr leistet nicht nur keinen Beitrag zur Resilienz Österreichs, sie ist auch mit dem System des Wehr- und Wehrersatzdienstes nicht vereinbar. Deshalb sollte sie auch nicht als Ersatz für den Zivildienst gelten“, so die Ministerin.
Zivildienst an Holocaust-Gedenkstätten
Ausgenommen wird der Gedenkdienst. Das ist der Zivildienst an Holocaust-Gedenkstätten. „Das hat eine historische Bedeutung, das wird selbstverständlich bleiben“, so Bauer. Die Wehrdienstkommission empfiehlt generell, Sparten im Zivildienst zu überdenken. Bauer betont, dass zentrale Einsatzgebiete wie Rettungsdienst, Alten- und Behindertenbetreuung, die Kindergärten und die Krankenanstalten als zentrale Säulen des Zivildienstes nicht diskutieren werden.
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