Rodríguez in Leak:

USA gaben Regime „nur 15 Minuten, um zu überleben“

Außenpolitik
23.01.2026 19:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein geleaktes Video wirft ein ungewöhnlich klares Licht auf die Machtkämpfe im venezolanischen Regierungssystem – und enthüllt, wie die Führung nach der US-Aktion gegen Nicolás Maduro hektisch versuchte, die Kontrolle über die öffentliche Wahrnehmung zu gewinnen. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez soll sogar von einer akuten Lebensbedrohung gesprochen haben.

Laut einem Bericht des britischen „Guardian“ soll Rodríguez bei einem Treffen der damaligen Kommunikationsministerin Freddy Ñáñez mit regierungsnahen Influencern über Lautsprecher erzählt haben, dass sie und andere Kabinettsmitglieder nach der US-Geiselnahme Maduros nur 15 Minuten Zeit gehabt hätten, um Washingtons Forderungen nachzukommen – „oder sie würden getötet werden“.

Regime fürchtete um Loyalität
In der fast zweistündigen Aufzeichnung, die von dem lokalen Journalismuskollektiv „La Hora de Venezuela“ veröffentlicht wurde, äußert Rodríguez, dass ihr vorrangiges Ziel in dieser Situation sei, „politische Macht zu bewahren“ und die Einheit des Regimes zu sichern.

Um Maduro aus dem Land zu bringen, mussten die USA sehr schnell sein – das bekamen offenbar auch ...
Um Maduro aus dem Land zu bringen, mussten die USA sehr schnell sein – das bekamen offenbar auch seine Parteimitglieder rasch zu spüren.(Bild: EPA/Stringer)

Das Video, das sowohl in einem Konferenzraum als auch über Videoplattformen aufgenommen wurde, zeigt, wie die überlebenden Regimefiguren offenbar um ihre Loyalität fürchteten und versuchen, interne Spaltungen zu verhindern. Rodríguez betont darin: „Wir müssen geduldig und strategisch vorgehen, mit sehr klaren Zielen … Frieden bewahren, unsere Geiseln retten und politische Macht erhalten.“

Auftrag, Gerüchte und Intrigen zu stoppen
Ñáñez verteidigte Rodríguez gegenüber den Influencern und forderte, Gerüchte und Intrigen zu stoppen. Gleichzeitig stellte er klar, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA, etwa beim Ölhandel, nie eine „Kapitulation“ sei, sondern schon lange Teil der Maduro-Strategie gewesen sei.

Politische Analysten werten das Video als Versuch, die Basis zusammenzuhalten. Sie weisen darauf hin, dass unklar sei, ob es tatsächlich eine US-Todesdrohung gegeben habe, und dass die Entfernung Maduros vermutlich nur mit interner Komplizenschaft möglich war.

Regime weiterhin autoritär an der Macht
Das geleakte Material zeigt, dass das Regime trotz Maduros Abwesenheit und Rhetorik gegen die USA weiterhin autoritär agiert: Über Social-Media-Kanäle und Telegram werden harte Botschaften verbreitet, politische Gegner verfolgt und auch ein Zeitplan für Wahlen bleibt aus.

Die Beobachterin López Maya fasst gegenüber dem „Guardian“ zusammen: „Die venezolanische Regierung verhandelt offenbar in erster Linie um ihr eigenes Überleben – zwischen demokratischer Öffnung und autoritärer Machtsicherung.“

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