„Zum Wohl des Volkes“

Trump sichert sich Kontrolle über Venezuelas Öl

Außenpolitik
07.01.2026 06:54

Dass es die USA auf die großen Erdölvorkommen in Venezuela abgesehen haben, war bereits vor der Militäraktion am Wochenende klar. Nun greift US-Präsident Donald Trump aber direkt in die Ölindustrie des südamerikanischen Landes ein. Der Republikaner kündigte an, dass zwischen 30 und 50 Millionen Barrel an sanktioniertem Öl an die Vereinigten Staaten geliefert werden sollen.

„Dieses Öl wird zu seinem Marktpreis verkauft, und das Geld wird von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten verwendet wird“, schrieb Trump am Dienstag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Energieminister Chris Wright sei angewiesen, diesen Plan „sofort“ umzusetzen.

Washington stellt Entschädigungen für Ölfirmen in Aussicht
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor am Dienstag von fünf mit der Angelegenheit vertrauten Personen aus US-Regierung, -Industrie und -Schifffahrt erfahren, dass die USA und Venezuela über die Ausfuhr von venezolanischem Rohöl ⁠an US-Raffinerien verhandelten. Die Gespräche sind das erste Anzeichen dafür, dass die venezolanische Regierung auf die Forderungen Trumps reagiert. Dieser stellt Ölkonzernen Subventionen für den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur in Aussicht. Die Regierung habe den Konzernen bedeutet, dass sie für eine Entschädigung für vor zwei Jahrzehnten verstaatlichte Vermögenswerte schnell nach Venezuela zurückkehren und erheblich investieren müssten.

Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt, bis 2005 war das Land ...
Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt, bis 2005 war das Land einer der wichtigsten Öllieferanten der USA.(Bild: AP/Matias Delacroix)

Interimspräsidentin: „Kein ausländischer Akteur regiert“
Unterdessen betonte Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez, dass die venezolanische Regierung weiterhin das Land regiere, „sonst niemand“. Die 56-Jährige äußerte sich in scharfen Worten über den US-Einsatz. „Nach dem schrecklichen Angriff der Regierung der Vereinigten Staaten auf Venezuela bleibt das venezolanische Volk standhaft und mobilisiert, um unser Vaterland zu verteidigen“, sagte Rodríguez und ergänzte: „Dies ist ein Volk, das nicht aufgibt, wir sind ein Volk, das sich nicht ergibt.“ Die bei dem Einsatz getöteten kubanischen und venezolanischen Sicherheitskräfte bezeichnete Rodríguez als „Märtyrer“. Behörden zufolge handelt es sich um 55 getötete Militärangehörige.

Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez
Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez(Bild: AFP/PEDRO MATTEY)

Bis 2005 wichtigster Öllieferant der USA
Rohölmengen werden in Barrel gemessen, also Fässern. Ein Barrel umfasst rund 159 Liter. Trump hatte nach der Gefangennahme und Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro am Wochenende erklärt, er wolle totalen Zugang zur Ölindustrie des Landes. Für Venezuela sind die Verhandlungen dringend, da das Land wegen einer von Trump verhängten Blockade auf Millionen Barrel Öl sitzt. Dem Konzern PDVSA geht der Lagerraum aus, weshalb die Produktion bereits gedrosselt werden musste.

Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt, bis 2005 war das Land einer der wichtigsten Öllieferanten der USA. Die Lage änderte sich dramatisch, nachdem der damalige sozialistische Staatschef Hugo Chávez 2007 die Industrie weiter verstaatlichte und den Besitz von US-Firmen beschlagnahmte.  

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