Erfolgsbilanz

Bundesforste: „Der Wald atmet spürbar auf!“

Klima
22.01.2026 17:00

Gute Ökonachrichten aus dem grünen Tann! Denn die ausgiebigen Regenfälle des vergangenen Jahres retteten die Bäume vor dem Borkenkäfer, der von der Trockenheit profitiert hatte!

Der Jahresbeginn 2025 hatte nichts Gutes erahnen lassen : Trockenheit, Hitze, Alarmstufe Rot für den Borkenkäfer. Doch dann kam die überraschende Kehrtwende. Ein kühler, feuchter Mai und ein regenreicher Juli wirkten wie ein Rettungsschirm für den heimischen Wald. Die Böden konnten Wasser speichern, geschwächte Bäume sich erholen – größere Schadereignisse blieben aus. „Für die entscheidende Wende sorgten die feuchten Sommermonate. Der Wald konnte aufatmen“, bilanziert ÖBf-Forstvorstand Andreas Gruber.

Schadholz deutlich rückläufig
Die Zahlen bestätigen das Aufatmen im Forst: Der Schadholzanteil sank auf rund 50 Prozent bzw. 895.000 Erntefestmeter – deutlich weniger als im Vorjahr mit 1,5 Millionen Festmetern. Rund ein Drittel entfällt auf Borkenkäfer, ein weiteres auf Sturm, etwa ein Viertel auf Schneebruch. Vieles davon ist noch ein Nachhall der Unwetter von 2024.

Auch finanziell macht sich die Entspannung bemerkbar: Die Waldschadensbilanz liegt 2025 bei rund 31 Millionen Euro – um fast 20 Millionen weniger als im Jahr davor.

Idylle im Winterwald
Idylle im Winterwald(Bild: ÖBf)

„Der Wald dankt es uns“
Erleichterung herrscht auch bei den Waldbesitzern. Gerhard Blabensteiner aus Schönbach (NÖ) vom Verein zur Förderung des Waldes spürt den Umschwung deutlich: „Weniger Käferholz heißt weniger Druck. Man merkt richtig, wie der Wald wieder zu Kräften kommt. Diese Entwicklung gibt Mut – aber sie verpflichtet uns auch dranzubleiben.“

Effiziente Käferbekämpfung zeigt positive Wirkung
Trotz hoher Temperaturen blieb die Käfermenge mit rund 300.000 Erntefestmetern auf niedrigem Niveau. Möglich machte das ein dichtes Monitoring, der Einsatz von Fangbäumen, Lockstofffallen und vor allem rasches Handeln. Befallene Bäume wurden schnell aus dem Wald gebracht. Allein 6,5 Millionen Euro investierten die Bundesforste in die Käferbekämpfung, insgesamt fast 16 Millionen Euro in die Waldpflege.

Der Borkenkäfer kann in Schach gehalten werden.
Der Borkenkäfer kann in Schach gehalten werden.(Bild: Gabriele Moser)

Stabiler Wald, stabiler Holzmarkt
Auch wirtschaftlich verlief das Jahr überraschend positiv. Trotz turbulenter Preise konnten alle Lieferverträge erfüllt werden. Die geringere Schadholzmenge ermöglichte reguläre Durchforstungen – ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Bestände.

Gerhard Blabensteiner, der Hüter seines Waldes.
Gerhard Blabensteiner, der Hüter seines Waldes.(Bild: Gabriele Moser)

Der „Wald der Zukunft“ nimmt zusehends Gestalt an
Der Umbau läuft: Weg von anfälligen Monokulturen, hin zu artenreichen Mischwäldern. Tanne, Lärche, Buche und Eiche gewinnen an Fläche, die Fichte verliert jährlich über 1.000 Hektar. Mehr Vielfalt, mehr Resilienz – das Ziel ist klar. „Ruhigere Waldjahre wissen wir sehr zu schätzen“, betont ÖBf-Vorstandssprecher Georg Schöppl. „Aber wir stellen uns auf weitere klimabedingte Herausforderungen ein.“ Keine Entwarnung, aber eine echte Frohbotschaft: Der Wald lebt, er reagiert – und er dankt Pflege, Investitionen und Geduld. Aus dem grünen Tann der Heimat kommt damit ein Signal, das man lange nicht gehört hat: Hoffnung.

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